PM Stadt Hadamar – Nachhaltige Fischzucht trotz Corona

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Auf der dritten Station seiner „Hofrunde“ besuchte Bürgermeister Michael Ruoff die Land- und Teichwirtschaft Stähler in Niederzeuzheim, die Wolfram Stähler zusammen mit seiner Familie betreibt.

Seine Eltern siedelten in den 1950er Jahren vom Ortskern Niederzeuzheim auf den außerhalb gelegenen Mühlenhof um. Zuerst führte man die traditionelle Landwirtschaft mit Viehhaltung und Getreideanbau weiter, ehe 1960 die Fischzucht mit dem Bau der ersten Teiche gegründet wurde. Seit den 1970er Jahren jedoch widmet sich die Familie hauptsächlich der Fischzucht und integriert den Getreideanbau in die Teichwirtschaft.

„Nachhaltige Fischzucht trotzt der Corona-Krise“

Auf dem Anwesen, eingebettet in die Natur, befinden sich 52 Teiche mit insgesamt 25 Hektar Wasserfläche. Das Wasser kommt direkt aus dem Elbbach und bewässert die Aufzuchtteiche, wo die Fische naturnah und artgerecht aufwachsen. Die Landwirtschaft liegt Familie Stähler nach wie vor am Herzen. So werden die Felder weiterhin mit Triticale, Gerste, Weizen, Raps und Hafer bewirtschaftet. Das selbst angebaute Getreide wird sowohl als Futter für die Fische genutzt als auch an den Handel verkauft. Im Rahmen des Besuches zeigt Wolfram Stähler Bürgermeister Ruoff unter anderem die Verkaufsbecken, die mit Elbbachwasser gespeist werden, in denen sich Forellen, Karpfen, Lachsforellen und Störe tummeln.

Lachsforelle beliebt

„Die rotfleischige Lachsforelle ist momentan besonders beliebt bei unseren Kunden und kommt auch bei uns regelmäßig auf den Grill“, erzählt Wolfram Stähler.  Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Verkauf von Besatzfischen. 97% der aufgezogenen Fische, vorwiegend Hechte, Zander, Stör, Karpfen, Weißfische, Schleie, Forellen und natürlich Fische der roten Liste werden an Angelvereine geliefert, die Flussstrecken, Seen und Teiche besetzen. Die Auslieferung der Besatzfische erfolgt in verschiedene Bundesländer.  Der Verkauf von Räucherfisch und Frischfisch macht rund 3% aller Verkäufe aus.

Jeden Donnerstag und Samstag hat der hauseigene Verkaufsladen geöffnet. „Die Kunden können sich ihren Fisch selbst aussuchen. Er ist frisch und wird auf Wunsch direkt vor Ort ausgenommen. So haben die Kunden einen direkten Bezug zur gesamten Produktionskette und wissen, wo der Fisch herkommt“, erläutert Stähler und fügt hinzu: „Uns ist es wichtig, dass wir extensiv und artgerecht produzieren: in Naturteichen unter freiem Himmel.“ Auch Bürgermeister Michael Ruoff ist begeistert: „Es ist schön zu sehen, dass wir im Hadamarer Land einen Betrieb haben, bei dem wir frischen Fisch, der sogar aus unserem heimischen Gewässer stammt, aus artgerechter Tierhaltung kaufen können.“

Hohe Nachfrage im Lockdown

Auch auf die Corona –Pandemie kommen beide zu sprechen. Herr Stähler erklärt, dass er in den ersten Wochen des Lockdowns eine besonders hohe Nachfrage an geräucherten und frischen Fisch hatte: „Das Ostergeschäft war dementsprechend positiv.“  Viele Angelvereine mit ihrem Frühjahrsbesatz und Anglerfesten haben Aufträge storniert und folglich ist der Verkauf von Besatzfischen ins Stocken geraten. Dennoch schaut Wolfram Stähler optimistisch in die Zukunft: „Die Menschen sind vorwiegend zu Hause und nutzen die Sommerzeit zum Grillen. Da darf unser Fisch nicht fehlen! Wir hoffen natürlich auf eine positive Besatzsaison im Herbst. “

Im Rahmen der „Hofrunde“ besucht Bürgermeister Michael Ruoff in den Sommermonaten dieses Jahres verschiedene Erzeugerbetriebe im Hadamarer Land, um sich ein genaues Bild vom vielfältigen nachhaltigen Nahrungsmittel-Angebot in Hadamar zu machen.

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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