PM Stadt Limburg – Bäume gefährden Gasleitungen

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Über 180 Baumstandorte in der Stadt werden regelmäßig von der EVL kontrolliert, da dort Bäume sehr dicht an Versorgungsleitungen stehen. Kritisch ist die Situation an 36 Standorten, wobei an einigen die Gasleitungen verlegt werden können; bei 28 Standorten ist vorgesehen, die Bäume zu fällen und für Ersatz zu sorgen.

Bäume sind wichtig für die Sauerstoffproduktion, halten Wasser zurück, spenden Schatten, sorgen für Wohlfühlatmosphäre und vieles mehr. Allerdings können sie auch eine Gefahr darstellen, wenn sie abgestorben sind oder trockene Äste aufweisen. Gefährlich können auch die Wurzeln werden, unter anderem für Versorgungsleitungen, besonders kritisch wird es bei Gasleitungen. Nach einer Aufstellung der Limburger Energieversorgung (EVL) gibt es aktuell an 36 von 185 untersuchten Baumstandorten die Situation, dass über und direkt an Gasleitungen stehende Bäume eine Gefahr für Leitungen darstellen.

Bäume gefährden Gasleitungen

Nach Angaben des Unternehmens können an acht Standorten in Eschhofen, Offheim und der Kernstadt die Bäume erhalten werden. Nach einem von der EVL erarbeiteten Konzept sollen dabei die Gasleitungen verlegt werden. In sechs Fällen handelt es sich dabei um die Verlegung von Hausleitungen, in zwei Fällen muss das Unternehmen die Hauptleitung erneuern. Insgesamt werden dafür über 60.000 Euro aufgewendet.

In fünf Straßen in Eschhofen, Offheim und der Kernstadt wird es nicht möglich sein, die Leitungen zu verlegen, dort sollen die Bäume beseitigt werden. Darunter ist auch die Westerwaldstraße, wo sich gleich 24 Platanen zwischen dem Offheimer Weg und Kaufland auf oder in direkter Nähe der Gashauptleitung befinden. Die Hauptleitung in diesem Abschnitt zu verlegen wäre nach Angaben des Unternehmens mit Kosten in Höhe von 350.000 Euro verbunden. Das sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Der nachträgliche Einbau von Wurzelschutz scheide ebenfalls aus wirtschaftlichen sowie aus fachlichen Gründen aus, da es bei diesen Arbeiten zwangsläufig zu erheblichen Schäden am Wurzelwerk der Bäume komme, was anschließend Auswirkungen auf die Standfestigkeit habe. Nach Angaben der Stadt ist im Rahmen der Straßenerneuerung in 2021/2022 eine Anpflanzung von standortgerechten Neupflanzungen vorgesehen.

Erhalt mancher Bäume nicht möglich

Auch in der Diezer Straße zwischen Schiedekreuzung und WERKStadt-Kreisel ist das Fällen von drei Platanen vorgesehen. Die Bäume befinden sich an bestehenden im Gehweg liegenden Gas- und Wasserleitungen. Dort sind im kommenden Jahr umfangreiche Arbeiten vorgesehen, wobei die Versorgungsleitungen vom Gehweg in die Fahrbahn der Bundesstraße verlegt werden. Gleichzeitig wird der Gehweg erneuert, der durch das Wurzelwerk der Platanen deutlich angehoben wurde.

Ein Erhalt der Platanen ist wegen des erheblichen Eingriffs im direkten Wurzelraum der Bäume, sowohl auf der Gehwegseite als auch auf der Fahrbahnseite, nicht möglich, ohne die Standsicherheit der Platanen nachhaltig zu gefährden, so die EVL. Die gefällten Bäume sollen im Zuge der Baumaßnahme durch drei standortgerechte Bäume ersetzt werden; zudem sollen im Jahr 2021 bei der Fortführung der Baumaßnahme auf der gegenüberliegenden Seite neun neue Baumstandorte errichtet werden.

Kurzfristige Arbeiten

Alle Baumfällarbeiten, die zu Lasten der Stadt gehen, sollen möglichst bis zum 29. Februar 2020 abgeschlossen sein. Auch die Verlegung der Gasleitungen soll kurzfristig erfolgen. Der Magistrat hat dem Konzept der EVL zum Umgang mit Baumstandorten über bestehenden Gasleitungen zugestimmt, die Vorlage wird nun in den betroffenen Ortsbeiräten und dem Ausschuss für Umwelt und Energie weitergeleitet.

In ihrem Konzept zum Umgang mit Baumstandorten über Versorgungsleitungen weist die EVL darauf hin, dass jederzeit die Zugängigkeit und der Schutz vor Beschädigungen der Versorgungsleitungen zu gewährleisten ist und Überbauungen und Überpflanzungen unzulässig sind. Die Gefährungseinschätzung kommt aufgrund regelmäßiger Begehungen und Kontrollen zustande, wobei die Stadt insgesamt in vier Abschnitte aufgeteilt ist und damit jeder Standort alle vier Jahre kontrolliert wird.

Mögliche Schädigungen durch Wurzeln an den in der Erde liegenden Leitungen könnten unter anderem entstehen durch Wurzeleinwuchs, Kontakt mit lastabtragenden Wurzeln und daraus resultierende statische und dynamische Lasten sowie Bildung neuer Wurzeln nach Wurzelkappung. Die möglichen Folgen für die Leitungen: Undichtigkeiten, Querschnittsverringerungen, Lageabweichung, Verformung, Risse und Rohrbruch.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „PM Stadt Limburg – Bäume gefährden Gasleitungen

  • 8. Dezember 2019 um 20:48
    Permalink

    Zu Bäume gefärden Gasleitungen.
    Kann sein das etwas mit den Gasleitungen passiert!
    Kann aber auch nicht sein.
    Wie wäre es denn mal damit,
    wenn für jede gefällte Platane oder besser für jedes Grossgrün 10 neue Bäume als Ersatz angepflanzt würden. Das wäre zumindest mal ein angemessener Ausgleich,oder?
    Ein Grossgrün spendet für 10 Menschen Sauerstoff,und filtert die Luft.1kleiner Baum
    schaft das gleiche nur für 1
    Menschen.

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