PM Stadt Limburg – Der Kastanienallee das Überleben sicheren

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Die Idylle trügt. Die Kastanienallee auf dem Schafsberg ist langfristig gefährdet. Nun soll ihre Vitalität soll gestärkt werden. Dazu müssen jedoch Bäume entfernt werden, die die Kastanien bedrängen.

Mit den Arbeiten zur Vitalisierung der Kastanienallee startet die Umsetzung des Freiraumentwicklungskonzepts „Naherholungsgebiet Schafsberg“. Der Magistrat hat dazu in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Die Kastanienallee bzw. die einzelnen Bäume der Allee sollen mehr Platz bekommen und in ihrer Vitalität gestärkt werden. Damit kann auch der Miniermotte als Schädling mehr Widerstandskraft entgegengesetzt werden. Hessen Forst beginnt in Kürze die Arbeiten. Sie entfernen Bäume, die in die Allee hineinwachsen oder die Allee beschatten.

Der Kastanienallee auf dem Schafsberg das Überleben sichern

Die Kastanienallee auf dem Schafsberg ist ein deutliches Zeichen für ein angelegtes Stück Natur. Neben der kleineren Lindenallee, ist sie zugleich ein wichtiger Eckpfeiler der ehemals parkähnlichen Anlage. Doch die Kastanienallee ist bedroht. Durch die sie umgebende Natur sowie durch die Miniermotte, einem Schädling, der den Bäumen auf Dauer zusetzt. Es besteht Handlungsbedarf. Der Magistrat hat nun den Startschuss für die Umsetzung des Freiraumentwicklungskonzepts „Naherholungsgebiet Schafsberg“ gegeben. Als erstes steht dabei die Kastanienallee im Fokus. Sie soll ebenso wie die Lindenallee frei geschnitten werden. Zugleich hat der Magistrat auch die Anlage des Fitnessparcours auf der Tagesordnung. Die Pläne dazu sollen dem Gremium vor einer Umsetzung jedoch erst noch einmal vorgestellt werden, gab Bürgermeister Dr. Marius Hahn bekannt.

Die Arbeiten, die rund um die Kastanienallee notwendig sind, werden von Hessen Forst abgewickelt. Nach Angaben von Revierförsterin Nadine Ströbele ist es das vorrangige Ziel, die Vitalität der Kastanien zu stärken. So erhöht sich nach ihren Angaben die Chance, dass möglichst viele Bäume auf Dauer der Miniermotte widerstehen können. Der Schädling befällt die Blätter der Bäume, die frühzeitig „altern“ und abgeworfen werden. Dadurch verschlechtert sich die Nährstoffaufnahme der Rosskastanien.

Bedrohung durch andere Bäume

Nach dem von den beauftragten Landschaftsarchitekten vorgelegten Konzept, gibt es jedoch eine weitere natürliche Bedrohung für die Kastanien. Sie besteht aus angrenzenden Bäumen, die mit der Zeit größer geworden sind als die Kastanien. Sie beschatten diese oder wachsen in die Allee hinein und bedrängen die Kastanien. Die Bäume, die die Kastanien bedrängen und ihnen den Lebensraum nehmen, müssen deshalb entfernt werden. Dabei handelt es sich um Ahorn, Eichen und Buchen, wie die Revierförsterin erläutert.

Nach ihren Angaben müssen diese Arbeiten nicht bis Ende Februar und damit innerhalb der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung vorgenommen werden. Der Forst hat längere Fristen. Dennoch sollen die Arbeiten vor dem Frühjahr beendet sein. Das anfallende Holz soll als Brennholz direkt vor Ort vermarktet und an Interessenten abgegeben werden.

100.000 Euro im Haushalt

100.000 Euro stehen im Haushalt aktuell durch einen Übertrag vom vorangegangenen Jahr zur Verfügung. Als möglicher weiterer Schritt soll ein Fitnessparcours verwirklicht werden. Nach Angaben von Bürgermeister Hahn ist dieser auf der Agenda. Der Magistrat hat ihn allerdings noch nicht beauftragt, sondern will sich die vorgesehene Anlage zunächst einmal im Plan vorstellen lassen. Der Fitnessparcours ist Bestandteil des Freiraumentwicklungskonzept, dass durch ein Fachbüro erarbeitet wurde. Vorgestellt und diskutiert wurde es bereits in einer Bürgerinformationsveranstaltung, in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung sowie dem Runden Tisch zur baulichen Entwicklung des St.-Vincenz-Krankenhauses. Erste Maßnahme des Konzepts war die Nachpflanzung von 20 hochstämmigen Linden in der Lindenallee in der Verlängerung der Beethovenstraße.

Stetige Umsetzung des Konzeptes

Die weitere Umsetzung des Konzepts in den kommenden Jahren wird nach Angaben von Bürgermeister Hahn auch von der Entwicklung des Haushaltes abhängen. Also davon, wie viel Geld zur Verfügung gestellt werden kann. „Wir werden das auf keinen Fall aus den Augen verlieren, sondern das Ziel ist es, in der Umsetzung des Konzepts stetig voranzuschreiten, auch wenn die Schritte in einem Jahr vielleicht einmal etwas kleiner ausfallen“, macht Hahn deutlich. Ein weiterer wichtiger Punkt der Umsetzung ist nach seiner Einschätzung die Herstellung eines Rundwegs, des es auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität ermöglicht, das Naherholungsgebiet Schafsberg zu nutzen.

Insgesamt sind nach der Kostenaufstellung der Planer rund zwei Millionen Euro notwendig, um alles umzusetzen, was im Konzept aufgeführt ist. Neben der Freistellung der Alleen und der Anlage des Fitnessparcours ist unter anderem vorgesehen, Nadelgehölze zu entfernen, prägende Solitärbäume allein zu stellen, freie Wiesenräume und Lichtungen wieder herzustellen, wenig genutzte Wege zurückzubauen, Anlage von gliedernden Baumreihen an bestehenden Wegeverbindungen im nördlichen Bereich, Sicherung und Entwicklung der Obstwiesen und vieles mehr.

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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