PM Stadt Limburg – Entwicklung der Wohnstadt Limburg-Blumenrod

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Wie sich die weitere Bebauung der Limburger Wohnstadt Blumenrod entwickeln kann, dazu gibt es nun klare Vorstellungen. Die Stadt hatte dazu einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, die Wettbewerbsjury wählte unter den zwölf eingereichten Arbeiten zwei Preisträger aus. Am heutigen Freitag wurden die Arbeiten und das Ergebnis des Wettbewerbs im Historischen Rathaus in Limburg vorgestellt.

Viel Grün, Innenhofgestaltung, eine Mischung aus Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Geschosswohnungsbau, ein erkennbares Quartierzentrum – so könnte sich das neue Wohnquartier von Blumenrod entwickeln. Das Berliner Studio Schultz-Granberg hat dazu einen Vorschlag unterbreitet, der in dem von der Stadt ausgelobten Realisierungswettbewerb den ersten Preis erhielt. Rund 25.000 Quadratmeter sollen mit den Abschnitten V und VI in Blumenrod bebaut werden.

Ein Meilenstein für die weitere Entwicklung von Limburg

„Der Entwurf sieht eine behutsame und naturnahe Weiterentwicklung vor, das wird ein Meilenstein für die weitere Entwicklung der Stadt“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Marius Hahn überaus zufrieden mit dem Wettbewerb. Ziel der Jury war es nach Angaben von Torsten Becker, Stadtplaner und Fachpreisrichter der Wettbewerbsjury, die beste Arbeit mit der besten Lösung für Limburg aus den zwölf Wettbewerbsbeiträgen herauszufinden. Das ist nach seiner Einschätzung auch gelungen: Eine sehr überzeugende Arbeit mit einer einfachen Struktur, die mit großer Selbstverständlichkeit die gestellten Aufgaben erfüllt habe.

Der erste Preis geht an das Studio Schultz-Granberg aus Berlin, der zweite Preis an Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner aus Düsseldorf. Beide Büros haben ihre Vorschläge zur künftigen Bebauung in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten erstellt, Joachim Schultz-Granberg mit dem Büro Häfer, Jimenez, Betcke und Jarosch aus Berlin und Schüler mit den Landschaftsarchitekten von faktorgruen in Freiburg. Die beiden Konzepte sehen 630 bis 650 Wohneinheiten vor. Die Jury sprach zudem noch zwei Anerkennungen aus.

Stadt präsentiert Ergebnis des Wettbewerbs zur weiteren Wohnbebauung von Blumenrod

„Das ist eine sehr gute Grundlage für das, was in den Bauabschnitten Blumenrod V und VI entstehen kann“, zeigt sich Bürgermeister Hahn von dem Ergebnis des Wettbewerbs überzeugt. Dort entstehen nach seiner Einschätzung attraktive Wohnungen in einem angenehmen Wohnumfeld. Zudem werde dort Wohnraum geschaffen, der auch für Familien erschwinglich sei. Das sei auch notwendig, um der Entwicklung Limburgs als Stadt mit steigender Einwohnerzahl Rechnung zu tragen.

Um dies attraktiv und mit hoher Qualität umzusetzen, hatte sich die Stadt für einen offenen Realisierungswettbewerb entschieden, der mit einer Wettbewerbssumme von rund 120.000 Euro ausgelobt worden war. „Ein sehr lohnenswerter Prozess, bei dem am Ende ein überzeugender Entwurf mit dem ersten Preis bedacht worden ist“, sagt Stadtplaner und Preisrichter Torsten Becker. Überzeugend und zukunftsweisend sei die Arbeit des Studios Schultz-Granberg mit einem fächerartig gegliederten Wohngebiet und seinem harmonischen Übergang zur Natur. Demgegenüber setzt das Büro Thomas Schüler Architekten auf eine eher kompakt angeordnete räumliche Struktur mit durchgrünten Freiräumen.

In dem preisgekrönten Konzept ist eine Bebauung mit unterschiedlichen Haustypen vorgesehen.
In dem preisgekrönten Konzept ist eine Bebauung mit unterschiedlichen Haustypen vorgesehen.

Das Preisgericht, das sich am Mittwoch dieser Woche mit den eingereichten Plänen und Modellen beschäftigte, tagte unter der Leitung von Professor Dr. Rolf Westerheide, Lehrstuhl und Institut Städtebau und Entwerfen an der Technischen Hochschule Aachen. Neben renommierten Stadtplanern und Landschaftsarchitekten als Fachpreisrichtern gehörten dem Preisgericht als Sachpreisrichter die Vorsitzenden der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen und Bürgermeister Dr. Hahn an, als nicht stimmberechtigte Sachverständige noch die Ausschussvorsitzenden Stefan Muth und Paul-Josef Hagen, Ortsvorsteherin Sigi Wolf sowie von der Verwaltung Annelie Bopp-Simon (Stadtplanung), Jürgen Dumeier (Verkehrsamt) und Martin Uphues (Tiefbauamt).

Vorreiter für zukünftige Entwicklungen

Der Wettbewerb, davon ist Bürgermeister Hahn überzeugt, wird in Limburg die Sinne dafür schärfen, was Städtebau ausmacht. Und bei künftigen Planungen von Wohngebieten werde sich die Stadtpolitik an den Wettbewerb für Blumenrod erinnern. Nach Angaben von Annelie Bopp-Simon wird die Stadt mit den beiden Preisträgern in ein Verhandlungsverfahren bezüglich der weiteren Planungen einsteigen. Ziel sei es, die Bauleitplanung auf der Grundlage einer der beiden prämierten Wettbewerbsbeiträge aufzubauen. „Das soll möglichst zügig umgesetzt werden“, so Annelie Bopp-Simon.

„Die Bebauung soll zu Gemeinschaft führen“, beschrieb Professor Joachim Schultz-Granberg bei der Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge am Freitag in Limburg ein wichtiges Ziel. Deshalb gibt es schmale Verbindungswege, verschiedene Plätze, um sich zu treffen; es finden sich verschiedene Hausformen in den unterschiedlichen Quartieren und es galt für Schultz-Granberg und sein Team, Sackgassen zu vermeiden. Die Häuser grenzen an einen Grüngürtel und durch das Areal zieht sich mit der Verlängerung des Stadtparks ebenfalls viel Grün. Der Stadtplaner setzte bei seinem Entwurf auf eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Planern, wie zum Beispiel Landschaftsarchitekt Jens Betcke.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Nachhaltige Stadtentwicklung, zukunftsweisende Wohnformen mit qualitätsvollem Wohnraum, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und Schaffung eines familien- und kinderfreundliches Quartiers bei ressourcenschonender und energieeffizienter Bauweise, das waren Rahmenbedingungen mit herausragender Bedeutung für den Wettbewerb. Der zuletzt verwirklichte Abschnitt Blumenrod IV sieht in verschiedenen Straßen schon einen weiteren Ausbau fort, der sich dann in Richtung Mensfelder Kopf bis zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz erstreckt.

Das Areal wird begrenzt durch ein Vogelschutzgebiet Natura 2000. Darauf ist bei der weiteren Entwicklung Rücksicht zu nehmen. Noch weitere Elemente der Natur sollen sich in dem künftigen Wohngebiet wiederfinden. Dem Thema Mobilität wird ein hoher Stellenwert in dem Quartier eingeräumt. Auf eine gute Vernetzung des Gebietes für Fußgänger und Radfahrer war daher in dem Wettbewerb Wert zu legen, den ruhenden Verkehr galt es quartiersverträglich unterzubringen und für E-Mobilität waren entsprechende Ladestationen einzuplanen. Darüber hinaus sollen in dem künftigen Wohngebiet Plätze für Carsharing, ÖPNV, Radabstellanlagen und mehr zur Verfügung zu stellen.

Öffentlichkeit kann sich Beiträge ansehen

Die verschiedenen Beiträge des Realisierungswettbewerbs mit Plänen und Modell werden im Historischen Rathaus von Montag, 11.Februar, bis Donnerstag, 21. Februar, jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr präsentiert; samstags ist die Ausstellung von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 16.30 Uhr geöffnet.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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