PM Stadt Limburg – Stadt für Citylogistikkonzept

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Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur will Städte mit einer hohen Stickstoffdioxidbelastung dabei unterstützen, ihre Wirtschaftsverkehre zu verbessern, damit sie weniger Schadstoffe verursachen.

Die Stadt Limburg will mit dabei sein und ein Konzept erstellen, um den letzten Kilometer auf dem Weg zum Abnehmer in der Innenstadt möglichst schadstofffrei zu gestalten. Mehr dazu lesen Sie in der unten stehenden Mitteilung.

Es geht um den letzten Kilometer in der Innenstadt

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wartet mit einem Programm zur Förderung von Citylogistik auf. „Wir möchten gerne mit dabei sein und ein entsprechendes Konzept erstellen“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn deutlich. Er sieht gute Chancen für die Stadt, denn gerade die Kommunen mit einer hohen Stickstoffdioxidbelastung sind aufgefordert, Förderanträge zu stellen. Und Limburg hat eine hohe Belastung.

Die Anträge müssen bis zum 31. Dezember gestellt sein. Die Gremien der Limburger Politik werden sich damit also zügig beschäftigen, der Magistrat empfiehlt einen entsprechenden Förderantrag zu stellen. Die Förderquote für ein Citylogistikkonzept beträgt immerhin 70 Prozent. Der Zeitplan könnte wie folgt aussehen: Im Jahr 2020 Entwicklung des Konzepts, im darauffolgenden Jahr Evaluierung und dann Umsetzung. Das erklärte Ziel: Die Stickstoffdioxidbelastung in Limburg zu senken, denn die zulässigen Grenzwerte werden deutlich überschritten.

Weites Feld der Citylogistik

„Eine Verbesserung wird nur dann eintreten, wenn das künftige Konzept von denen getragen wird, die an den Verkehren beteiligt sind“, verdeutlicht Hahn. Unter Citylogistik werden Kurier, Express- und Paketdienste mit den Zielen im Einzelhandel, der Gastronomie oder Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammengefasst, aber auch Fahrten von Handwerkern im Rahmen ihrer Auftragsabwicklung. Ein weites Feld also und recht umfangreich und komplex, deshalb ist auch eine wissenschaftliche Begleitung vorgesehen.

„Bereits im Laufe der vergangenen Wochen hat sich der Cityring an die Stadt Limburg gewandt, um Möglichkeiten eines Citylogistikkonzeptes zu erörtern“, verdeutlicht Hahn. Ein gemeinsamer Dialog zwischen allen betroffenen Akteuren ist nach seiner Einschätzung unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sich Konzept und anschließende Umsetzung auch in der Reduzierung der Schadstoffbelastung messen lassen.

Kooperationsbereitschaft aller Akteure notwendig

Nach Angaben von Eva Struhalla, Leiterin des Amts für Verkehrs- und Landschaftsplanung, ist bereits ein Arbeitskreis ins Leben gerufen worden, der seine erste Zusammenkunft schon hinter sich hat. In dem Arbeitskreis sind der Cityring, der Altstadtkreis, die Industrie- und Handelskammer sowie verschiedene Ämter des Hauses vertreten, die Handwerkskammer soll diesen Arbeitskreis noch ergänzen. Aus diesem Arbeitskreis soll eine kleinere Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich mit wissenschaftlicher Unterstützung regelmäßig austauschen soll.

Konzepte der Citylogistik können zu veränderten Feinverteilungskonzepte in den innerstädtischen Bereichen führen oder  Anreize zur Nutzung emissionsfreier Lieferketten und Fahrzeuge schaffen, möglich sind zum Beispiel aber auch Zufahrtbeschränkungen. Es geht dabei um den letzten Kilometer in dem Lieferverkehr. Ein hohes Maß an Kooperations-, Mitwirkungs- und Aktivitätsbereitschaft aller Akteure aus dem Wirtschaftssektor ist nach Angaben von Eva Struhalla notwendig.

40.000 Euro für Bestandserhebung

Wirtschaftsverkehre setzten sich in den Städten unterschiedlich zusammen, konkrete Aussagen für eine Stadt in der Größe von Limburg lassen sich nur machen, wenn es eine umfangreiche Bestanderhebung gibt, erklärt die Amtsleiterin. Der Geltungsbereich betrifft die Altstadt sowie die Innenstadt bis zur Bahnlinie mit dem Einkaufszentrum. Auf Grundlage des erarbeiteten Konzepts können weitere Maßnahmen entwickelt werden, wie zum Beispiel die sogenannten Mikrohubs, also Stellen, an denen Pakete und Ware umgeladen werden vom Verbrenner auf E-Fahrzeuge wie Lastenräder.

Die Kosten für die Bestandserhebung werden auf rund 40.000 Euro geschätzt. Für die Umsetzung modellhafter Sofortmaßnahmen im Jahr 2020, zum Beispiel über Lastenräder für einen noch auszuwählenden Wirtschaftszweig, werden mit etwa 25.000 Euro beziffert. Für die abschließende Studie mit „Roadmap“ werden Kosten in Höhe von etwa 20.000 Euro erwartet.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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