PM Stadt Limburg – Vierstündige Diskussion zum Neumarkt

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In seiner gestrigen Sitzung hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr und der Ortsbeirat mit der Umgestaltung des Neumarktes befasst. Am Ende gab es eine vierstündige Diskussion mit rund 40 Wortbeiträgen. 

Der Limburger Neumarkt verwandelte sich am gestrigen Abend (21. August 2019) zum Sitzungszimmer für den städtischen Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr und für den Limburger Ortsbeirat. Auf der Tagesordnung stand ab 19.30 Uhr das Thema Umgestaltung Neumarkt. 150 Bürger*innen waren gekommen, um sich über das Thema Platanen auf dem Neumarkt zu informieren, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und ihren Unmut auszudrücken.

Ortsbeirat spricht sich gegen Pläne aus

Nach vierstündiger Diskussion mit rund 40 Wortbeiträgen sprach sich der Ortsbeirat gegen eine Weiterführung der aktuellen Planung aus. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr folgte diesem Beschlussvorschlag jedoch nicht. Ob die Stadtverordnetenversammlung dem Beschlussvorschlag des Ausschusses zur Weiterplanung folgt, entscheidet sich am Dienstag, 3. September.

Baumgutachter Eiko Leitsch aus Nauheim berichtete auf dem Neumarkt aus dem erstellten Gutachten. Die Botschaft: Die Bäume sind grundsätzlich erhaltensfähig. Unter dem Gesichtspunkt einer Umgestaltung des Platzes empfiehlt er jedoch, die Platanen zu entnehmen und durch neue Bäume zu ersetzen. Nach Einschätzung des Gutachters werden die Arbeiten an der Oberfläche des Platzes zu einer Schädigung der Wurzeln an den bestehenden Platanen führen. Und das wiederum führe auf Dauer zu einem Absterben der Bäume und zuvor zu einer Verkehrsgefährdung durch abgestorbene Äste.

Bessere Versorgung notwendig

Sollen die Platanen vital erhalten bleiben, muss die Versorgung der Bäume nach Einschätzung von Leitsch erheblich verbessert werden. Zu erreichen ist dies durch eine Entsiegelung von sechs Meter breiten Streifen entlang der Baumreihen, welche die flexible Nutzung des Platzes einschränken würden. Veranschaulicht wurde diese Größe mit roten Markierungen auf dem Neumarkt.

Dennoch würden die Bäume mit ihrem Wurzelwerk auf Dauer Probleme bereiten, denn die Wurzeln des Baumes wachsen immer dort, wo sie Sauerstoff finden. Auf dem Neumarkt ist dies nicht in der Tiefe, sondern im oberen Bereich des Pflasters. Das ist bereits jetzt durch Aufkantungen sichtbar und wird sich noch verstärken und schließlich zu einer Gefährdung (Stolperfallen) führen. Um ein genaues Bild von den Wurzeln zu bekommen hat Leitsch an einer Stelle das Pflaster abnehmen lassen und die flach ausstreichenden Wurzeln der Platane wurden sichtbar.

Vorteile einer Neubepflanzung

Eine Neupflanzung von Bäumen hat laut Gutachter den Vorteil, den Bäumen von Beginn an besser Lebensbedingungen zu verschaffen, indem ausreichend große (12 Kubikmeter pro Baum) und gut versorgte Pflanzgruben angelegt werden. Gutachter Leitsch beantwortete im Anschluss an seinen Vortrag Fragen der Stadtverordneten und der Bürger. Die Frage, ob die Platanen in ihrer aktuellen Größe um mehrere Meter gestutzt werden können, musste er verneinen. Die Krone eines Baumes müsse von vorne herein auf eine bestimmte Höhe erzogen werden, erklärte er. Auch die Frage nach einer Umpflanzen der Bäume an einen anderen Standort musste er verneinen, da keine Maschinen gibt, die so große Wurzelballen ausstechen können.

Vorstellung Planungsbüro

Anschließend stellte das Planungsbüro Dutt & Kist seinen überarbeiteten Vorentwurf vor. Er sieht die  Neupflanzung  von  16  statt  20  Bäumen  vor. Eine Mischbepflanzung mit geeigneten Baumarten wäre denkbar. Bei der Auswahl der Bäume ist zu beachten, dass sie gut mit Spätfrost und Trockenperioden im Sommer zurechtkommen. Mit der Platzgestaltung soll eine Vereinbarkeit von Baumstandorten und multifunktionaler Platzfläche erreicht werden. Es entsteht also eine offene Platz-im-Platz-Situation, die eine höhere Flexibilität und größtmögliche Bespielbarkeit für Veranstaltungen und Märkte ermöglicht.

Planungsbüro Dutt & Kist  empfiehlt, die vorhandenen Pavillons durch Neubauten zu ersetzt und barrierefreie  sanitäre  Anlagen zu schaffen. Seitlich der Pavillons sind im Außenbereich Flächen für eine „Mini-Gastronomie“ vorgesehen. Sitzmöglichkeiten werden durch Sitzinseln um die einzelnen Bäume und Staudenbeete geschaffen. Zusätzlich werden mobile Stühle angeboten, die frei auf der Platzfläche verteilt und bewegt werden können.

Es werden 20 Fahrradständer errichtet, sechs Abfallbehälter, die über einen unterirdischen Auffangkörper verfügen und mittels Sensor die Leerung signalisieren, und eine automatisierte Bewässerungseinrichtung. Ein Wasserspiel wird im Bereich der Spielelemente durch die Fontänen-Hüpfer als in-teraktives Element aufgegriffen. Darüber hinaus soll es ein Fontänenfeld in der Platzmitte geben, dass sich an den Georgsbrunnen anschließt. Die Beleuchtung besteht im einen Teil des Platzes aus zwei Reihen mit Mastleuchten, im Bereich des Georgsbrunnens aus Bodeneinbauleuchten. Für die  Ausleuchtung der Platzfläche werden zwei sogenannte „Schweinwerfer-Bäume“ installiert.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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