Politische Unterstützung für die Südumgehung

Verkehrsmäßig gibt es derzeit ein großes Thema – die Südumgehung in Limburg. Im März hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die kräftig für die Südumgehung wirbt. Unterstützung erhält die Bürgerinitiative aus der Politik.

Am Dienstag besuchte die Bürgerinitiative für die Südumgehung den Ortsbeirat Limburger Innenstadt und warb für ihr Anliegen. Unterstützung gab es bereits im Vorfeld von der CDU, die mit einem Antrag die Initiative begrüßt und die Stadtverordneten bittet, diese Initiative zu unterstützen. Kritische Stimmen kamen von Barbara Sylla-Belok, Bündnis 90/Die Grünen, die keinen Kosten-Nutzen in der nun angestrebten Variante sieht.

Kleines Zeitfenster

Zur Zeit läuft die turnusmäßige Bedarfsüberprüfung des aktuellen Bundesverkehrsplanes 2030. Es gibt aktuell ein kleines Zeitfenster bis Ende 2023, um der Südumgehung eine Dringlichkeit zu geben, damit sie endlich angegangen wird und zu einer Entlastung der Bürger führe. Bevor die BI zu Wort kam, durfte sich die Ortsbeiratsmitglieder dazu äußern. 2012 habe die Stadt Limburg in Abstimmung mit Hessen Mobil sich für eine Variante der Südumgehung entschieden nach ausreichender Prüfung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Nun werde jedoch eine Variante präferiert und vorangetrieben, dies vom Kosten-Nutzen-Verhältnis überhaupt nicht gerechtfertigt sei. Durch einen Tunnel gebe es zudem wenig Auffahrmöglichkeiten in den Tunnel, so dass der meiste Verkehr dann doch wieder durch die Stadt ginge.

Zudem sprechen die Entwicklung in Europa und der Bundesrepublik, ab 2035 den Verbrennermotor zu verbieten, gegen die Umgehung. Wenn keine Verbrenner mehr auf den Straßen unterwegs sind, nehmen auch die Schadstoffe ab. “Es wird Stimmung gemacht für eine absurde und teure Variante”, so Sylla-Belok abschließend. Nicola Bischof, CDU, enthält sich, da sie unmittelbar von dem Projekt betroffen wäre und daher befangen sei.

Stefan Schäfer, CDU, sieht in allen Meinungen ihre Berechtigung. Aber er ist der Meinung, dass sie jetzt weiterkommen müssen, damit etwas geschieht. Auch Frank F. König, FDP, begrüßt die Initiative: “Wir wollen ein Zeichen setzen für die Umgehung von Limburg.” Limburg habe ein Durchfahrtsproblem und brauche die Entlastung. Und auch Oliver Schrangs, SPD, äußerte sich fpr das Projekt. Mit Tunnel bestehe die Möglichkeit, die Südumgehung verträglich hinzubekommen.

“Limburg lebt vom Verkehr”

Dr. Rainer Jüngst sprach für die Bürgerinitiative und warb im Gremium um Unterstützung. Es gibt eine Verkehrsmisere in Limburg und niemand redet diese schön. “Limburg lebt vom Verkehr”, so Jüngst. Alle vier Bundesstraßen werden zentral in die Innenstadt geleitet, es gibt keine Ringstraßen. Bis zu 40.000 Kraftfahrzeuge fahren pro Tag durch die Stadt. Dies bringt eine unheimliche Schadstoffbelastung mit sich. “Wenn die Umgehung jetzt nicht als dringliches Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, dann ist sie tot.”

Die Bürgerinitiative erfahre für ihr Engagement eine “überwältigende Resonanz” und Jüngst äußerte sich dankbar, dass es auch Unterstützung aus dem Ortsbeirat gibt. “Kein Parlamentarier kann im Sinne der Bürger gegen die Südumgehung sein”, so seine Meinung. Jetzt sei die Zeit, die Chance zu nutzen und in die Realisierung zu kommen. Mit sieben Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und einer Nein-Stimme der Grünen wurde der CDU Antrag angenommen.

Unterstützung von der FDP

Unterstützung gibt es ebenfalls von der FDP Limburg, welche in einem Antrag für die nächste Stadtverordnetenversammlung den Magistrat auffordert, alles für die Südumgehung zu unternehmen. „Eine Südumgehung Limburg muss zum wichtigsten Umgehungsvorhaben in Deutschland werden“, fordert die FDP-Fraktion. „Die FDP-Fraktion fordert den Bürgermeister auf, sich auf allen politischen Ebenen gemeinsam mit Institutionen und Organisationen dafür einzusetzen, dass eine Südumgehung Limburg zu den dringlichsten Verkehrsvorhaben in Deutschland aufsteigt“, sagte die Fraktionsvorsitzende Marion Schardt-Sauer. Gleichzeitig richtet die Limburger FDP-Fraktion auch an die Landesregierung und insbesondere den Hessischen Verkehrsminister die Forderung, Limburg dabei zu unterstützen, eine Südumgehung zum wichtigsten Umgehungsvorhaben in Deutschland zu machen.

„Dieses Zeitfenster gilt es jetzt zu nutzen. Limburg gehört zu den Kommunen in Deutschland mit den höchsten Stickoxidwerten, so dass sogar Fahrverbote drohen. Ursächliche hierfür ist überwiegend der hohe durch Bundesstraßen verursachte Durchgangsverkehr mit dem entsprechenden Lärm und der Luftverschmutzung, die Klima, Umwelt und die Menschen vor Ort belasten“, so Schardt-Sauer. Deshalb gehöre eine Südumgehung in den vordringlichen Bedarf (Quelle FDP Limburg)

Thema im Kreistag

Am morgigen Freitag ist die Südumgehung auch Thema im Kreistag. CDU und SPD haben einen gemeinsamen Antrag gestellt, dass der Kreisausschuss dieses Vorhaben unterstützt. Die aktuelle Verkehrssituation belaste erheblich die Gesundheit der Bürger. Dem gilt es entgegenzuwirken. Dafür ist die Südumgehung Limburg-Diez, Holzheim in einer getunnelten Variante auf der Alttrasse. Dafür muss das Vorhaben jedoch als “vordringlicher Bedarf” eingestuft werden. Der Verkehr in Limburg könne nur gesenkt werden, wenn das Bundesstraßennetz größtenteils um Limburg herumgeführt wird. Dazu braucht es die Umgehung (Quelle CDU Limburg-Weilburg)

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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