Pressemitteilungen aus dem Landkreis – Umgang mit Rassismus, Überreichung Verdienstmedaille

Teilen erwünscht

Umgang mit Rassismus und Rechtspopulismus

Wer sich ehrenamtlich oder hauptamtlich im Themenfeld Asyl/Migration engagiert, bekommt das Raumgreifen rassistischer und rechtspopulistischer Stimmungen und Diskurse häufig ganz unmittelbar zu spüren. Dabei werden – mehr oder weniger offen – menschenfeindliche Argumente propagiert, die auf rassistische Ideologien, fiktive Bedrohungen und Fremdenfeindlichkeit aufbauen. Vor diesem Hintergrund lädt der Landkreis Limburg-Weilburg zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Umgang mit Rassismus und Rechtspopulismus im Kontext Flucht“ am

Donnerstag, 21. November 2019, 17:00 bis 20:00 Uhr,im Sitzungssaal (5. OG) des Sozialamtes in Limburg ein.

Drei zentrale Fragen sollen dabei beantwortet werden:

  • „Was ist Rechtspopulismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit?“
  • „Wo begegnen mir dumpfe Parolen und wie kann ich darauf reagieren?“
  • „Welche Strategien gibt es, um mit antidemokratischen Herausforderungen umzugehen?“

Zu diesem Thema wurden zwei Referenten vom Verein „DeGeDe: Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik e.V.“ eingeladen. Ausgehend von ihren Erfahrungen in dem Projekt „Zusammenleben neu gestalten – Angebote für das plurale Gemeinwesen“ zeigen sie Wege und Möglichkeiten auf, wie in kritischen Situationen durch solidarisches Handeln zu Zivilcourage ermutigt werden kann. Die Teilnahme ist kostenfrei, inklusive Verpflegung (Snack und Getränke). Um eine Anmeldung wird bis Dienstag, 19. November 2019, per E-Mail unter m.delalic@limburg-weilburg.de oder telefonisch unter 06431 296-321 gebeten.

Landrat Michael Köberle überreichte Wolfgang Friedrich die Verdienstmedaille

Großes Engagement für die Mitmenschen

Landrat Michael Köberle hat Wolfgang Friedrich im Gebäude des Bauamtes der Gemeinde Villmar für sein beispielhaftes Wirken die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Wolfgang Friedrich lebt seit seiner Geburt in Villmar, ist verheiratet mit Gattin Gertrud, hat zwei Kinder und ist stolz auf seine vier Enkel. Von 1949 bis 1956 besuchte Friedrich die Volksschule in Villmar. In den Jahren 1956 bis 1959 machte er eine Ausbildung zum Steinmetz im elterlichen Betrieb Johann Friedrich in Villmar und erhielt den Gesellenbrief. Von 1959 bis 1963 studierte er Tiefbauingenieurwesen an der Staatlichen Ingenieurschule in Idstein und erhielt sein Diplom. Ab 1963 arbeitete er bei der Deutschen Bahn als Tiefbauingenieur im Bereich Brücken-, Tunnel- und konstruktiver Ingenieurbau. 1974 bestand er die Prüfung zum Prüfstatiker bei der Deutschen Bahn und im Jahr 1977 erhielt er die Befugnis zum Prüfen von baustatischen Berechnungen im Brücken- und konstruktiven Ingenieurbau. Im gleichen Jahr wurde er zum Oberamtsrat und 1993 zum Bundesbahndirektor ernannt. 1999 ging er in Vorruhestand und 2001 wurde er in den endgültigen Ruhestand verabschiedet.

Wolfgang Friedrich hat von 1969 bis 1975 bei laufendem Betrieb den Bau des „Hauptbahnhofes-Tief“ im Hauptbahnhof Frankfurt/Main geplant und durchgeführt. Im Jahr 1977 wurde er durch die Deutsche Bundesbahn zum örtlichen Statiker und Bauleiter für sofortige Hilfeleistungen beim Bau einer Behelfsbrücke in Italien berufen. Dort wurde ein Mittelpfeiler der Eisenbahnbrücke, die über den Fluss Toce bei Domodossula führte, freigespült, sodass die Brücke einstürzte. Innerhalb von nur zwei Wochen konnte unter Wolfgang Friedrichs Leitung eine Behelfsbrücke von Pionieren der italienischen Armee montiert und somit der Bahnverkehr wiederaufgenommen werden. Dies war nur durch seine fachspezifischen Kenntnisse möglich. Er war immer wieder als Statiker beziehungsweise Prüfstatiker für Eisenbahnbrücken der Deutschen Bundesbahn im Einsatz. So war er zum Beispiel für die Planung und Bauleitung der Süderelbebrücke in Hamburg zuständig. Bei Instandhaltungsarbeiten der Fehmarnsundbrücke, die die Insel Fehmarn mit dem Festland verbindet, war er in die Planung und Bauleitung involviert.

Engagement seit seiner Kindheit

In den Jahren von 1996 bis 2006 war Wolfgang Friedrich als Ortsgerichtsschöffe für das Ortsgericht Villmar tätig. In der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul Villmar engagiert sich Wolfgang Friedrich seit seiner Kindheit. Er war Ministrant, in der Jugendarbeit tätig und von 1996 bis 2018 Schriftführer im Verwaltungsrat. Von 1998 bis 2018 war er gleichzeitig auch der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, aktuell ist er Mitglied im Ortsausschuss. „In seiner Mitgliedsfunktion hat er sich mit großem Engagement und Sachverstand in den Verwaltungsrat eingebracht. Seine Hauptaufgaben waren das Finanzwesen, die Unterhaltung von Gebäuden und Außenanlagen, die Koordinierung, Planung und Bauleitung diverser Bauvorhaben sowie auch Brandschutzmaßnahmen und die Sanierung von Wasserschäden. Durch seine handwerklichen Kenntnisse hat er die Gemeinde sehr oft mit seiner Eigenleistung unterstützt. So hat er die kaputte Kirchentreppe repariert, was durch seine Fähigkeiten als Steinmetz möglich war. Auch Kirchenmauern hat er bearbeitet und den Pfarrgarten gestaltet. Die Kircheninnenbeleuchtung hat er zusammen mit Elektrikern konzipiert und montiert. Weiterhin hat er den Pfarrhof gepflastert und viele weitere Arbeiten durchgeführt“, erläuterte Landrat Michael Köberle.

In den ortsansässigen Vereinen hat sich Wolfgang Friedrich auch immer sehr engagiert. Als Mitglied des Männergesangvereins „Teutonia“ Villmar war er von 1967 bis 1969 Beisitzer im erweiterten Vorstand. In den Jahren 1969 bis 1984 war er stellvertretender Schriftführer und von 1984 bis 1988 Schriftführer. Von 1988 bis 1998 war er erneut Beisitzer im erweiterten Vorstand und von 1999 bis 2018 Kassierer im Verein. „Somit war er mehr als fünf Jahrzehnte ehrenamtlich für den Gesangverein mit viel Engagement, Begeisterung und unermüdlichem Einsatz tätig, insbesondere als Mitinitiator aller Chorkonzerte, Vereinsausflüge und anderer Veranstaltungen. 2016 erhielt er eine Ehrung für 50 Jahre Vorstandsarbeit im MGV Villmar“, so Landrat Köberle.

Den Städtepartnerschaftsverein Villmar hat Wolfgang Friedrich im Jahr 2004 mitbegründet. Seit der Gründung bis 2008 war er Vorsitzender des Vereins und noch einmal von 2009 bis 2018. „Der Verein pflegt die Partnerschaft zwischen der Gemeinde Villmar und der tschechischen Stadt Grulich und fördert damit die Völkerverständigung. Wolfgang Friedrich war verantwortlich für die jährlichen Treffen der Partnerschaftsgemeinden. Mit Beharrlichkeit, Weitsicht, Überzeugungsarbeit und diplomatischem Geschick hat er immer zum Erhalt der Partnerschaft beigetragen. Darüber hinaus nimmt er regelmäßig an den Partnerschaftstreffen des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis in Freising teil. In den Jahren 2013 bis 2015 hat er ein Bildungsprojekt der Johann-Christian-Senckenberg-Schule Runkel/Villmar und einer Schule aus Grulich mit großem Engagement erfolgreich begleitet“, betonte Michael Köberle. „Diese Daten belegen eindrucksvoll, dass sich Wolfgang Friedrich seit mehr als 50 Jahren mit einem außerordentlichen Engagement, seiner Zuverlässigkeit und seinem unermüdlichen Einsatz große Verdienste für das Gemeinwohl erworben hat“, schloss Landrat Michael Köberle seine Ausführungen.

Wolfgang Friedrich freute sich mit Gattin Gertrud und dem Villmarer Bürgermeister Matthias Rubröder über die Überreichung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Landrat Michael Köberle (von links)

 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.