Prinzenpaar Jochen I. und Susanne I: „Wenn nicht jetzt, wann dann!“

„Wenn nicht jetzt, wann dann“ ist das Motto des Prinzenpaars der Fastnachtskampagne 2023/24. Susanne I. und Jochen I. von Nassau-Hadamar haben am 11.11. die Regentschaft übernommen. 

Bis eine Woche vor der Prinzenkürung wussten nur vier Personen, wer das neue Prinzenpaar sein wird – das Prinzenpaar selbst sowie Präsident Frank Opper und Ehrenpräsident Joachim Stanjek von der KV Niederhadamar. Bereits im Frühjahr wurden Susanne und Jochen Langel angesprochen, ob sie sich das vorstellen könnten. Während Susanne Langel sofort dabei war, wollte ihr Mann noch ein wenig Bedenkzeit, denn neben dem Zeitfaktor spielt auch das finanzielle eine Rolle dabei. Am Ende sagte er auch zu und beide wollen gute Laune ins Nassauer Land tragen.

Fastnacht immer Teil des Lebens

Eine kleine Überraschung war die Kürung für manch einen schon. Während Jochen Langel seit Jahren bei der KV Niederhadamar auf der Bühne steht und daher viele ihn mit Fastnacht in Verbindung bringen, war Susanne Langel schon eine Überraschung. Als Erste Stadträtin von Hadamar verortet man sie eher auf die politische Bühne. Im Gespräch wird jedoch schnell klar, dass sie beide die Fastnacht im Blut haben. Aus Köln stammend gehört die Fastnacht zu ihrem Leben dazu. Und obwohl sie nie auf der Bühne stand, so was sie immer aktiv. Die vier Töchter der beiden waren aktiv bei der KV und Susanne hat viel im Hintergrund gewirkt, von Kostüme nähen über Fahrdienste bis hin zu Gesamtorganisation der Session.

Als Lehrerin hat sie die Fastnacht an die Schule gebracht. Erst in Niederhadamar an der Grundschule und dann später in Elz an der Oranienschule hat sie Kappensitzungen mit den Kindern umgesetzt. Sie freut sich sehr, dass auch nach ihrem Eintritt in die Rente diese Tradition weitergeführt wird. Sie freut sich auch, dass der Funken übergesprungen ist und in der Erlenbachschule in diesem Jahr ebenfalls eine Kappensitzung stattfindet. Daher ärgert sie es auch, dass der Rosenmontag in diesem Jahr kein beweglicher Feiertag ist. „Auf der einen Seite sollen wir Brauchtum erhalten und dann werden solche Tage abgeschafft“, schimpft sie, „Dies ist ein Unding, denn die Aktiven werden damit in eine schlimme Situation gebracht.“ Sie spricht darauf an, dass Mitglieder in einer Tanzgruppe nicht zu einem Auftritt können, weil sie in die Schule müssen oder Termine ausfallen, weil Schule ist. So wird Brauchtum nach und nach abgeschafft. Und Fastnacht ist ein wichtiges Brauchtum. Die fünfte Jahreszeit gehört hier mit dazu und sollte daher auch in Kindergarten sowie Schule Thema sein. „Ich kann die Fastnacht nicht aus den Institutionen herauslassen und dann hoffen, dass die Kinder in die Vereine kommen“, so Susanne Langel überzeugt.

Spannende Zeit

Die beiden freuen sich auf eine spannende Zeit, die nun vor ihnen liegt. Bereits über 50 Termine stehen in ihrem Kalender von Fastnachtsveranstaltungen bis hin zu Veranstaltungen das Stadtjubiläum in Hadamar betreffend. Es sei schön, dass es zusammenfällt, war für die beiden aber nicht der Grund, Prinzenpaar zu sein. Aber sie freuen sich dann natürlich auch auf diese Termine. So nehmen sie am Festakt zu 700 Jahre Stadtrechte Hadamar teil wie auch im Sommer an dem Festumzug.

Jetzt ist für beide, unabhängig vom Stadtjubiläum, einfach die passende Zeit. Vor acht Jahren wäre es nicht möglich gewesen und in acht Jahren auch nicht mehr. Daher auch ihr Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann!“. Jetzt freuen sie sich darauf, neue Vereine und Orte kennenzulernen und zu schauen, wie andere Aktive Fastnacht feiern. Die größte Überraschung bisher für die beiden war die Einladung direkt an der Prinzenkürung zum Preisrauchen des Rauchclubs am nächsten Tag. „Das war sehr herzlich, wir haben mehr über die Geschichte des Vereins und die Tradition kennengelernt und hatten einen gemütlichen Abend“, erinnern sich die beiden. Und etwas lustig finden sie es auch, dass sie jetzt zur prinzlichen Familie gehören und am 11.11. gleich einen Schwung neuer Basen und Vetter in ihre Familie bekamen.

Eine klare Aufgabenteilung gibt es bei den beiden. „Ich kann singen, meine Frau ist die bessere Rednerin“, fasst es Jochen kurz zusammen. Er sei niemand, der sich in den Vordergrund drängt, auch nicht auf der Bühne, er ist eher der Macher. Er wollte nie Sitzungspräsident werden. Als sich dann aber zeigte, dass die Sitzungspräsidentin nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, übernahm er die Aufgabe gerne. Und so schreibt seine Frau die Reden und er singt dann gerne. Und er freut sich dann auch auf die kleineren Termine, wo er gerne die Gitarre mitnehmen möchte, um gemeinsam  mit den Menschen Musik zu machen.

Spenden für einen guten Zweck

Begleitet werden die beiden von der Registratorin Anna Brunner und Prokurator Christof Braun. Diese beiden sagten ihre Beteiligung zu, bevor sie wussten, wer das Prinzenpaar eigentlich ist. Manfred Fritz ist der Fahrer. Das Team ist wichtig, denn auch wenn es mal stressig wird, soll der Spaß nicht verloren gehen.

Während ihrer Regentschaft möchte das Prinzenpaar das Hospiz „ANAVENA“ Hadamar unterstützten. Die Einrichtung ist in Hadamar ansässig, aber überregional tätig, so das Prinzenpaar. Und da die Einrichtung immer auf Spenden angewiesen ist, möchten die beiden das Hospiz gerne unterstützen.

Wer dies unterstützen möchte, kann den beiden eine Spende überreichen oder gerne eine Überweisung auf das Konto des Prinzenpaars tätigen.

Prinzenpaar 23/24, IBAN DE82 5105 0015 0100 5192 14
Verwendungszweck Hospiz ANAVENA Hadamar

Wenn ihr gerne mehr über das Prinzenpaar erfahren möchtet, folgt ihnen gerne auf Facebook.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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