Region mit Durchblick – Logo mit Herz

Eineinhalb Jahre haben die vier Kommunen Bad Camberg, Brechen, Hünfelden und Selters (Taunus) interkommunal zusammengearbeitet, um die Heimatregion als etwas Besonderes zu entwickeln. Das daraus entstandene Logo, weitere Ergebnisse sowie mögliche zukünftige Schritte wurden nun den Gemeindegremien in einer Schlusspräsentation gezeigt.

Ein grünes Herz, Natur symbolisiert durch zwei Bäume und Vögel sowie ein goldener Farbklecks für den guten Boden und ein blauer Fleck als Symbol für Wasser bilden das neue Logo für den Goldenen Grund. Dieses Logo entstand in den letzten eineinhalb Jahren in dem Projekt „Regionalmarketing Goldener Grund“. Es steht für Natürlichkeit, Bodenständigkeit, Freundlichkeit, Echtheit und Fleiß. Dies sind keine erfundenen Attribute. Diese wurden zusammen mit der Projektleiterin Katja Peteratzinger von Peteratzinger Publishing, den Bürgermeistern der vier Kommunen Jens-Peter Vogel (Bad Camberg), Frank Groos (Brechen), Silvia Scheu-Menzer (Hünfelden) und Bernd Hartmann (Selters), der Steuerungsgruppe sowie durch Umfragen ermittelt.

Logo als Identität

Dieses Logo soll mehr sein als nur ein Logo auf dem Briefbogen. Es soll für die Unverwechselbarkeit der Region stehen und bereits vorhandene Marken wie auch neue Projekte unter einem Dach zusammenführen. Ziel des Projektes war es, eine identitätsstiftende Marke „Goldener Grund“ zu kreieren. Als Frage stand am Anfang des Projektes, ob sich die Region gemeinsam vermarkten lässt. Wegen der Kurstadt Bad Camberg war eine erste Idee, die Region als Kneipp-Region zu entwickeln. Doch am Ende ist es viel mehr und so entstand die Gesundheitsregion. Mit dieser neuen Marke soll die Region und der Tourismus gestärkt werden. Die vorgestellte Marke soll ein Leistungsversprechen an die Bürger wie auch die Besucher sein. Und die vier Kommunen wollen sich damit als starke Region zwischen Taunus und Westerwald positionieren.

Logo Goldener Grund

Drei größere Projekte hat die Steuerungsgruppe auch schon definiert, welche sie gerne als erstes realisieren möchte. Dies sind zum einen eine Imagekampagne „Modern Kneipp“ für die Identitätsstiftung. Ein infrastrukturelles Projekt wäre eine Oldtimer-Tanke mit Gastronomie in Brechen sowie als drittes die Stärkung der kulturellen Identität. Das Projekt wurde mit 37.485 Euro aus dem europäischen Förderprogramm Leader gefördert, was 75 Prozent der förderfähigen Nettokosten sind.

Finanzierung und Verstetigung

Nach der Vorstellung des Projektes konnten die Mandatsträger Fragen stellen. Die Fragen zielten vor allem darauf ab, wie es jetzt weitergeht, damit das Projekt mit Leben gefüllt wird und damit dieser gute Auftakt nicht versandet. Weiterhin kamen Fragen zur weiteren Finanzierung auf. Ob es denn schon Ideen gebe, wie es weiterläuft? „Wir müssen am Thema zusammen dranbleiben“, so Silvia Scheu-Menzer. Im Mittelpunkt stand jetzt erstmal das Projekt auf den Weg zum Logo und ist mit der Schlusspräsentation abgeschlossen. Nun müsse es zur Beratung in die einzelnen Gremien der vier Kommunen rein.

Von allen Seiten bestünde der Wunsch, weiter daran zu arbeiten und einen Weg finden, dies zu verstetigen. Wie sich dies am Ende ausgestaltet, darüber wurde noch nicht gesprochen. Aus verschiedenen Richtungen kam der Anstoß, dafür eine Koordinationsstelle zu schaffen. Darin sehen die Teilnehmenden sogar einen ersten Schritt, um in die Verstätigung zu gehen. Auch eine solche Stelle kostet Geld, weshalb die Diskussion in den Gremien jetzt der nächste Schritt ist. In den einzelnen Kommunen müssen sich die Parlamentarier darauf verständigen, was ihnen die weitere Entwicklung wert ist. Und dann bestehe natürlich auch die Möglichkeit, im weiteren Leader-Förderzeitraum solche Projekte umzusetzen und Förderung dafür zu erhalten. Dennoch kam der Wunsch aus der Runde, für die nächsten Haushaltsberatungen ein Finanzierungskonzept vorzulegen, mit dem die Kommunalpolitiker arbeiten können.

Ideen einbringen

Von Lothar Siegmund aus Eisenbach, ebenfalls Mitglied der Steuerungsgruppe, erging ein Appell an die Anwesenden: „Schaut nicht nur zu, sondern bringt euch selbst mit Ideen ein. Diese Präsentation war ein Startschuss, wir müssen das Thema jetzt mit Leben füllen und alle Mandatsträger überzeugen, dafür Geld einzustellen. Lasst uns gemeinsam was Schönes daraus machen.“
Matthias Müller wollte wissen, ob dieses Projekte Regionalmarketing nicht in Konkurrenz zum Dorfentwicklungsprogramm IKEK stünde, in dem sich Hünfelden derzeit befindet. Er fände es auch schade, wenn sich vor Ort Projekte verzögern, weil man auf die Zustimmung der anderen Kommunen wartet. Auch für dieses Thema sei eine Koordinierungsstelle wichtig.

Jens-Peter Vogel weist nochmal darauf hin, dass gemeinsame Stärken gebündelt, aber keine Schwächen geschaffen werden sollen. Bereits jetzt gebe es im Goldenen Grund kein Kirchturmdenken mehr. „Wir freuen uns, wenn in den anderen Kommunen etwas Gutes umgesetzt wird.“ Von Bernd Hartmann kam zum Ende die Idee, als immer wieder auf die Finanzierung hingewiesen wurde, dass ja die Parlamentarier darüber beraten können, ob pro Kommune 20.000 Euro in den Haushalt eingestellt werden können, mit dem die vier dann an gemeinsamen Projekten arbeiten können. Scheu-Menzer möchte mit allen weiterhin im Gespräch bleiben. Und Frank Groos sieht bereits jetzt eine gelebte Nachhaltigkeit, die die Kommunen auch in Zukunft fortsetzen möchten.

Studierenden der Fachschule Wirtschaft, Fachrichtung Catering an der Adolf-Reichwein-Schule beschäftigten sich in ihren Abschlussarbeiten mit verschiedenen Projekten, die frische Ideen für den Goldenen Grund aufwarfen. Darüber habe ich im letzten Jahr berichtet.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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