Rettungsdienst erhält Unterstützung vom Sanitätszug

Die Rettungsdienste kommen an ihre Grenzen. Personal fehlt und die Fahrten nehmen zu. Zudem muss ein Krankenwagen nach einem Corona-Transport aufwendig desinfiziert werden, bevor er wieder in den Einsatz kann. Der Landkreis Limburg-Weilburg möchte diese angespannte Situation jetzt entschärfen und hat den Katastrophenschutz aktiviert. 

Bereits Anfang November hat der DRK Kreisverband Limburg ein Video veröffentlicht, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Auch die Malteser Limburg-Weilburg suchen Rettungssanitäter für den Rettungsdienst. Daneben fällt das Tagesgeschäft an und die Corona-Pandemie bringt ihre eigenen Herausforderungen mit. Somit herrscht derzeit eine angespannte Situation in den Krankenhäusern wie auch im Rettungsdienst.

Landkreis aktiviert Katastrophenschutz

Aus diesem Grund hat der Landkreis den Katastrophenschutz aktiviert und einen Einsatzbefehl an den 1. Sanitätszug herausgegeben, um den Rettungsdienst zu unterstützen, wie das DRK Elz in den sozialen Medien mitteilte. Mit der Unterstützung des Rettungsdienstes werden Kapazitäten in der Notfallrettung frei. Zwei Helfer des Sanitätszuges besetzen jetzt täglich ein Rettungsfahrzeug und unterstützen den Rettungsdienst bei anfallenden Krankentransporten. Damit soll die Situation insgesamt etwas entlastet werden.

Im Kreistag stellte der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer die aktuelle Situation dar und erklärte, warum die Kreisverwaltung den Katastrophenschutz aktivierte. Zudem präsentierte er Zahlen, die die ganze Situation nochmal untermalen.

Das Aufkommen in der Zentralen Leitstelle nahm zum Vorjahr um 20 Prozent zu. Insgesamt gab es in diesem Jahr bisher 87.000 Anrufe, von denen rund 34.000 Anrufe auf den Bereich Rettungsdienst entfielen. Bei 20.000 Anrufen war es notwendig, dass der Rettungsdienst rausfährt. Daher hat der Landkreis Maßnahmen ergriffen, um den Rettungsdienst zu entlasten. Dank eines Erlass der hessischen Landesregierung war es dem Landkreis möglich, den Katastrophenschutz zu aktivieren.

Neben dem weiteren Einsatz von Personal sorgen zudem eine Verschiebung der Nachtverlegungen auf den Tagesbereich zu der Situation, dass dadurch weiterhin die Nachteinsätze sichergestellt sind. Landrat Michael Köberle ergänzt, dass die zusätzlichen Kosten der Landkreis tragen muss, “aber das tun wir sehr gerne.”

Unterstützung beim Impfen

Nicht nur seinen normalen Tätigkeiten geht der Rettungsdienst in diesen Zeiten nach. Auch bei der Impfkampagne ist er mit im Boot und unterstützt damit das Ziel der Kreisverwaltung, dass Impfen auf breiten Schultern zu verteilen. Neben den mobilen Impfangeboten, dem zur Verfügung stellen von Teststellen und dem zur Verfügung stellen von Personal in der Pandemie leisten die Rettungsdienste einen wichtigen Dienst in der Pandemie. Damit seien sie mit ein Baustein, weshalb die Impfquote mit 72 Prozent liegt.

Dafür danken ihnen im Kreistag der Landrat Michael Köberle und der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer sowie der Kreistagsvorsitzende Joachim Veyhelmann den Rettungsdiensten im Landkreis herzlichen für ihre Unterstützung und ihr Engagement.

Vor allem dem Landrat bricht am Ende seiner Haushaltsrede kurz die Stimme, als er sich bei allen für ihren unermüdlichen Einsatz im Rahmen der Pandemiebekämpfung bedankt – den Bediensteten in den Krankhäusern und Pflegeeinrichtungen, den Hilfsorganisationen, den Impfzentren, den Bediensteten der Polizei und den Feuerwehren sowie allen Bediensteten in der Kreisverwaltung. Sie alle haben dazu beigetragen, die Bürger des Landkreises durch die Pandemie zu begleiten.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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