Robeer Steinerbrunner – Waldbrunn gemeinsam gestalten

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In die Politik wollte Robeer Steinerbrunner nie, wollte sich keiner Partei und keinem Fraktionszwang unterwerfen. Doch als die Anfrage an ihn immer drängender wurde, als Bürgermeister zu kandidieren, horchte er in sich, sprach mit anderen, um sich ein politisches Bild zu verschaffen und stimmte am Ende zu.

„In Waldbrunn sind viele Chancen gegeben und wenn jemand gewillt ist, etwas zu verändern, dann ist vieles machbar“, so Steinerbrunner.

Vorteil als Außenstehender in der Kommune

Der in Villmar wohnende, selbständige Versicherungskaufmann kandidiert als unabhängiger Kandidat. Durch seine langjährige Tätigkeit im Feuerwehrbereich auf Kreis- Landes- und Bundesebene und auch durch seine Selbständigkeit kennt er viele Waldbrunner Bürger sowie den Ort. Waldbrunn sei als Tor zum Westerwald eine Schönheit mit offenen, ungezwungenen Menschen. „Waldbrunn könnte als Kommune soviel mehr aus sich machen“, ist sich Steinerbrunner sicher.
Dabei könnte es in seinen Augen nur von Vorteil sein, als Außenstehender in die Kommune zu kommen. „Ein Externer kennt die ganzen Machenschaften nicht und kann unabhängig agieren“, ist er sich sicher. Er möchte es auch so beibehalten, zwischen Wohnort und Ort des beruflichen Wirkens zu unterscheiden. Ein erster Schritt, wenn er gewählt werden würde, wäre eine Bestandsaufnahme. Welche Beschlüsse wurden in den letzten Jahren gefasst? Was wurde davon umgesetzt und wo fehlt die Umsetzung? Wo drückt den Bürgern der Schuh? „Ein Bürgermeister ist der Mittler zwischen Bürgern, Gemeindegremien und Mitarbeitern.“

Senioren und Jugendliche anhören

Obwohl er einige Verbindungen hat, ist ihm jedoch bewusst, dass er noch nicht bei allen so bekannt ist, weshalb er mehr Hausbesuche machen möchte. Dennoch spüre er eine Wechselstimmung, wenn er vor Ort unterwegs ist. Einige Themen konnte er bereits aufgreifen bei seinen Gesprächen. Die ältere Bevölkerung, welche nicht in Fussingen wohnt, hat Probleme, zum Einkaufen zu kommen. Für diese würde er gerne einen Gemeindebus schaffen, um Fahrten zum Einkaufen und zu den Ärzten zu ermöglichen. Die jüngere Zielgruppe hingegen fühle sich nicht ernstgenommen. Die Jugendräume hätten Altersbegrenzungen und fehlende Aufenthaltsräume werden bemängelt. Um den Senioren und auch Jugendlichen mehr Mitsprache in der Gemeinde zu ermöglichen, möchte Steinerbrunner ein Jugendparlament sowie ein Seniorenbeirat ins Leben rufen. Zudem möchte er die Ortsbeiräte stärken. „Ortsbeiräte sind die Parlamente im Ort und haben das Ohr an den richtigen Stellen. Daher ist auch die finanzielle Ausgestaltung wichtig.“
Ein weiteres wichtiges Thema sind immer wieder die Straßen, welche unbedingt angegangen werden müssen. Und für die gewerbetreibenden Betriebe muss ein flächendeckendes Internet vorhanden sein.

Werben für die lebenswerte Gemeinde

Insgesamt findet er es schade, dass junge Menschen wegziehen, weil sie für sich in Waldbrunn keine Perspektive sehen. Dies hat zur Auswirkung, dass die Kommune veraltet, das ehrenamtliche Engagement abnimmt und somit auch das kulturelle Leben schwindet. Daher ist es für ihn wichtig, für die lebenswerte Gemeinde zu werben, um junge Familien anzulocken. „Ich habe mir die Spielplätze angesehen und war bei einigen entsetzt“, so Steinerbrunner. Daher müsste einiges getan werden, um Waldbrunn familien- und kinderfreundlicher zu gestalten. Das bestehende Gewerbe möchte er stärken und Strukturen schaffen, welche Zulieferer anlocken. Er könnte sich auch vorstellen, dass dies in Kooperation mit anderen Kommunen geschieht. Und bei ordentlichen Straßen würde Waldbrunn direkt an Attraktivität gewinnen.
Windenergie ist ein großes Thema in der Kommune und dazu hat Steinerbrunner ganz klar eine Meinung. „Diese Entscheidung sollte bei den Bürgern liegen und daher wäre mein Weg ein Bürgerentscheid.“ Für ihn liegt die Zukunft in erneuerbaren Energien, aber er würde auch prüfen, wo Photovoltaikanlagen möglich sind und ob die Bürger finanziell dabei unterstützt werden können.

Anzeige wegen Unterschlagung

Robeer Steinerbrunner muss sich jedoch auch mit einigen Vorurteilen auseinandersetzen. Er war 15. Jahre Kreisjugendfeuerwehrwart und fünf Jahre Landesjugendfeuerwehrwart. Da ihm diese Doppelbelastung zu viel war, kündigte er 2007 an, in einem Jahr für den Posten nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Leider gab es keinen Kandidaten. „Danach ging der Ärger los“, erinnert er sich. Vom Kreisfeuerwehrverband gab es eine Anzeige wegen Unterschlagung. „Das Verfahren wurde eingestellt, da alle Sachen mir gehörten und nur die Uniform musste ich entschädigen“, so Steinerbrunner, „das Gerichtsurteil ließ keine Antworten auf die Anschuldigungen offen.“ Die Unterlagen habe er jederzeit bei sich in der Tasche und wenn er darauf angesprochen wird, erläutert er den Sachverhalt. „Vorbehaltslos gehe ich da dran.“ Mit der Waldbrunner Feuerwehr habe er immer ein gutes Miteinander gehabt sowie viele Veranstaltungen in der Gemeinde durchgeführt. Der gute Draht sei bis heute vorhanden.

Auf seine Schwächen angesprochen, gibt er zu, manchmal ein etwas ungeduldiger Mensch zu sein, manchmal zu schnell zu reden und viel von seinen Mitstreitern abzuverlangen. Für Robeer Steinerbrunner ist klar, dass er mit den Bürgern Waldbrunn gemeinsam gestalten möchte, anstatt nur zur verwalten. Denn er ist davon überzeugt: „Waldbrunn kann mehr!“

Mehr zu Robeer Steinerbrunner und seinem Programm erfahrt ihr auf seiner Seite.

Mehr zu den Bürgermeisterkandidaten erfahrt ihr hier.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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