Rot-Kreuz-Gespräch „Bewegung, Trinken und ballaststoffreiche Ernährung“

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Beim 23. Rot-Kreuz-Gespräch des DRK Frickhofen drehte sich alles um Magen-Darm-Erkrankungen, deren Behandlung sowie Vorbeugung solcher Erkrankungen.

Die Mechanismen hinter verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sind vielfältig und sehr verschieden. Dennoch kann jeder einiges tun, um solchen Erkrankungen vorzubeugen. Dies war ein Fazit beim 23. Rot-Kreuz-Gespräch des DRK Frickhofen, zu dem Dr. Katrin Neubauer-Saile eingeladen war. Sie ist Chefärztin der Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie und Notfallmedizin am St. Vincenz Krankehaus in Limburg.

Prophylaxe bei Magen-Darm-Erkrankungen

Viel Bewegung, viel trinken und eine ballaststoffreiche Ernährung dienen als gute Prophylaxe bei Magen-Darm-Erkrankungen. Insgesamt können Entzündungen im Magen-Darm-Trakt durch Lebensmittel wie Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, Leinsamen, Trockenobst und Nüssen vorgebeugt werden. Eine faserreiche Ernährung  mit möglichst wenig rotem Fleisch und viel Fisch tragen mit zu einem gesunden Verdauungstrakt bei. Auch 70-prozentige Schokolade und Kaffee sind kein Problem. Diese Erkenntnisse stammen aus einer neuen Studie zu Magen-Darm-Erkrankungen und Ernährung, erläuterte Dr. Neubauer-Saile.

Exkurs in Erkrankungen des Verdauungstraktes

Bis zu diesem Fazit gab es einen Exkurs durch das Verdauungssystem und den verschiedenen Erkrankungen, welche an den einzelnen Stellen eine Rolle spielen. Schmerzen im Magen lassen häufig auf eine Magenschleimhautentzündung schließen, die sich bis zu einer chronischen Gastritis entwickeln kann. In der Gallenblase und den Gallenwegen können Steine zu Problemen führen. Diese wiederum können sich auf die Leber auswirken. Verstopfte Gallenwege führen zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse. Viel gefährlicher ist Bauchspeicheldrüsenkrebs, denn dieser kündigt sich nicht an und wird meistens zu spät entdeckt.

Die Leber selbst kann durch verschiedene Hepatitidien erkranken. „Den größten Fortschritt haben wir bei Hepatitis C erreicht, denn heute sind innerhalb von acht Wochen 98 Prozent der Patienten heilbar“, so Neubauer-Saile. Sie wies darauf hin, dass sich die Leber sehr lange und sehr gut von Erkrankungen erholen kann. „Nur wenn der Grad irgendwann überschritten wird, dann kann die Leber vernarben und es entsteht eine Leberzirrhose“, so die Ärztin.

Vieles noch unbekannt

Über den Darmtrakt äußerte sie sich sehr euphorisch, denn „wir beginnen zu verstehen, was wir noch nicht wissen.“ Damit zeigte sie die Tatsache auf, dass der Darm von Milliarden von Keimen besiedelt wird und den Ärzten bis heute nicht genau bekannt ist, welche Auswirkungen ein Ungleichgewicht der Keime für die Betroffenen hat. Jeder Körper würde anders darauf reagieren. Und selbst, wenn die Mediziner ein Ungleichgewicht an Keimen feststellen, dann können sie nicht sagen, wie sie diese beeinflussen können. Neben den Krankheitsbildern selbst stellte sie auch die Methoden vor, mit denen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt diagnostiziert und auch ohne Operation behandelt werden können. Auch bei diesen Methoden habe sich sehr viel in den letzten Jahren getan.

Jedem ritt sie, regelmäßig die Vorsorge-Untersuchungen zu machen. Ab 50 Jahre sollten Frauen einen Stuhltest machen und ab 55 die Darmspiegelung, Männer können die Darmspiegelung bereits mit 50 Jahren mit. „Hierbei handelt es sich um eine effektive Krebsvorsorge und wir können die Patienten mit großer Sicherheit davor bewahren, Krebs im Dickdarm zu entwickeln“, so die Chefärztin. Was keinerlei Gefahr wäre, seien Reizmagen und Reizdarm. Sie können unangenehm sein, aber stellen keine Gefahr dar und können sehr gut in ihren Symptomen gelindert werden.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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