Rückblick auf die Sommertour – Noch kein gestärktes Bewusstsein zu erkennen

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Wie sieht es mit dem Müll im Landkreis Limburg-Weilburg aus und was kann zur Müllvermeidung getan werden? Diesen Fragen spürte der Landtagsabgeordneter Joachim Veyhelmann (CDU) in seiner Sommertour nach.

Nachdem die Sommertour bei dem Abfallwirtschaftsbetrieb begann, wo sich Joachim Veyhelmann einen Überblick über die anfallenden Müllmengen im Landkreis verschaffte, ging es weiter zur Bäckerei Huth, um zu erfahren, wie ein Unternehmen mit dem Thema umgeht. Letzte Woche besuchte er Bürgermeister Horst Kaiser in Elz, um zu erfahren, was für Möglichkeiten eine Kommune hat. Am letzten Tag der Tour ging es in die Eismanufaktur Niederbrechen, um nachzufragen, wie es bei diesem Geschäft gehandhabt wird. Welches Resümee zog der Landtagsabgeordnete für sich aus dieser Tour?

Handeln liegt hinter dem Reden zurück

Das Interesse am Thema Müll scheint sehr groß zu sein. Zumindest kommt man derzeit nicht um diese Diskussion herum. Überall, sei es in den sozialen Medien, in den Nachrichten oder bei den Bürgern, wird dies ständig thematisiert und scheint hochaktuell. „Viele reden darüber, aber das Bewusstsein ist noch nicht so weit gestärkt, dass es sich im Handeln niederschlägt“, ist sich Joachim Veyhelmann nach der Sommertour sicher. Immerhin konnten der Abfallwirtschaftsbetrieb keine Senkung der Zahlen im Müll vermerken und auch in der Kommune Elz ist Müll immer wieder ein Problem. „Das tatsächliche Handeln liegt hinter dem Reden zurück“, so der Landtagsabgeordnete.

Auf der anderen Seite lobte er aber die vielen Bemühungen, die es gibt. Wie bei der Bäckerei Huth, welche bei ihren Bechern schauen, was optimiert werden kann. Oder der Eismanufaktur Niederbrechen, welche kaum noch Müll produziert. Oder bei der Gemeinde Elz, welche bei Veranstaltungen plastikfrei werden möchte. Evenuell wissen manche einfach nicht, was sie machen können, überlegt Veyhelmann. Daher sei es wichtig, auf die verschiedenen Initiativen aufmerksam zu machen. „Wenn man die Leute mit der Nase auf Möglichkeiten stößt, dann merken sie, dass man etwas machen kann.“ Obwohl es die einzelnen Initiativen gibt, bemängelt Veyhelmann jedoch auch, dass diese noch nicht flächendeckend zu finden sind.

Jeder kann etwas tun

Für ihn ist klar, dass jeder bei sich anfangen kann, um etwas zu bewegen. Jeder persönlich kann in seinem Umfeld schauen, was in Sachen Müllvermeidung optimiert werden kann. Dies beginnt bei der richtigen Befüllung der Mülltonnen und endet bei einem bewussteren Einkaufen. In Gesprächen besteht die Chance, darauf hinzuweisen, was alles möglich ist.

Ich fragte ihn auch, was die Politik tun könnte, um Müll zu vermeiden. Eventuell könnten illegale Müllablagerungen mit härteren Strafen belegt werden. Da sei jedoch das Problem, dass man die Verursacher identifizieren müsste. Über den Kreistag bestünde die Möglichkeit, begleitende Maßnahmen wie Aufklärung zur richtigen Mülltrennung bei den Abfallwirtschaftsbetrieb anzuregen.
Durch die Unterstützung lokaler Initiativen wie Tante Emma-Läden mit regionalen und lokalen Produkten könne ebenfalls Verpackungsmüll vermieden werden.

Die Landespolitik versucht auch einiges, um Müll zu reduzieren. Der bisherige Papierverbrauch war enorm, doch jetzt wurde darauf umgestellt, dass Einladungen und Unterlagen zu den Beratungen elektronisch verschickt werden. Durch die Einsparung von Papier werden weniger Drucker benötigt, was wiederum den Energieverbrauch reduziert. „Es sind die kleinen Schritte.“

Selbstverständliche Verhalten wecken

Aber insgesamt, so Veyhelmann zum Abschluss, ist noch eine Menge zu tun, um das selbstverständliche Verhalten bei jedem Einzelnen zu wecken. Mit dem eigenen Einkaufsverhalten kann jeder etwas bewirken, denn dieses Verhalten wird auch an die Unternehmen zurückgespiegelt. Dazu gehört sicher auch die Frage, was jedem einzelnen die Lebensmittel wert sind. So gibt es einige regionale Anbieter, die gutes Fleisch anbieten, für welches man jedoch etwas mehr zahlen muss als im Discounter. Es gibt viele Kleinigkeiten, zu denen jeder einzelne beitragen kann.
Und Veyhelmann würde auch häufiger die Bahn nutzen, wenn diese verlässlicher wäre. Doch derzeit fährt er lieber mit dem Auto, da er mit der Bahn einfach nicht planen kann.

Am Ende möchte ich mich auch bedanken, dass ich die Sommertour begleiten durfte. Sie gab mir viele neue Einblicke und Erkenntnisse, die auch in meinem eigenen Handeln sich niederschlagen werden.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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