Rückgang im Tourismus – Branche dennoch zufrieden

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Die meisten ausländischen Gäste gibt es in Hessen. Und obwohl Hessen insgesamt mit steigenden Übernachtungszahlen aufwarten kann, sanken im Landkreis die Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent. 

Während sich die Branche laut einer IHK-Umfrage dennoch zufrieden zeigte, sieht die FDP Limburg-Weilburg eine schlechte Entwicklung für den Landkreis.

Rückgang der Übernachtungen um 4,9 Prozent

Die regionalen Unternehmen des Gastgewerbes haben zum Ende des Jahres 2019 in einer IHK-Umfrage eine insgesamt zufriedenstellende Geschäftslage gemeldet. Die Auslastung bei den Beherbergungsunternehmen ist allerdings zurückgegangen. Dieses Ergebnis deckt sich mit den aktuell vom Hessischen Statistischen Landesamt (HSL) veröffentlichten Daten zu Gästen und Übernachtungen in 2019 für den Landkreis Limburg-Weilburg.

Von Januar bis Dezember 2019 wurden nach offizieller Statistik des HSL insgesamt 216.833 Gästeankünfte im Landkreis registriert. Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine leichter Rückgang um 3,1 Prozent. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen ist entsprechend auch zurückgegangen, gegenüber 2018 um 4,9 Prozent auf 525.265
Übernachtungen. Dies deckt sich mit der gegenüber der IHK gemeldeten geringeren Auslastung im Beherbergungsbereich. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag mit 27,3 Prozent unter dem hessischen Durchschnitt (38,9 Prozent). Pro Gast ergibt sich eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,4 Tagen. Bad Camberg kommt aufgrund seiner Kurgäste auf eine besonders lange durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 10,7 Tagen.
Übernachtungshochburgen im Landkreis waren 2019 Limburg mit 93.385 Gästen und Weilburg mit 50.727 Gästen. Es folgten Runkel mit 15.672, Bad Camberg mit 15.190, und Hadamar mit 12.163 Gästen.

Tourismusbranche optimistisch

Im Gastgewerbe hat sich der IHK-Konjunkturklimaindex in 2019 nach einem Durchhänger von 89 Punkten zum vergangenen Herbst zum Ende des Jahres auf 117 Punkte erholt. Der IHK-Konjunkturklimaindex fasst die Lagebeurteilung und Zukunftserwartungen der befragten heimischen Unternehmen zusammen, oberhalb 100 Punkte fängt der positive Bereich an. 29 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre augenblickliche Geschäftslage als gut, 21 Prozent als schlecht, 50 Prozent sind zufrieden. Allerdings ist die Auslastung ist in den letzten Monaten im Beherbergungsgewerbe per Saldo zurückgegangen, in der Gastronomie ist sie gestiegen. Bezüglich der Zukunftsaussichten ist man Anfang des Jahres 2020 im Beherbergungsgewerbe und in der Gastronomie eher optimistisch.

Die Beherbergungsstatistik des Statistischen Landesamtes erfasst alle Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Gästebetten und Campingplätze mit zehn oder mehr Stellplätzen. Im Landkreis Limburg-Weilburg gab es im Dezember 2019 insgesamt 79 entsprechende Betriebe mit 4.078 Betten (Ende 2018 waren es noch 78 Betriebe mit
3.915 Betten).

Thema in den Haushaltsberatungen des Kreistages

Die FDP-Fraktion im Kreistag sieht in dem Rückgang von 4,9 Prozent, während die Entwicklung in Hessen insgesamt positiv ist, eine schlechte Entwicklung für den Landkreis. „Wir nutzen die Schönheit unseres Landkreises zu wenig“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Valeske letzte Woche in der Sitzung des Kreistages. Daher stellte die FDP in den Haushaltsberatungen den Antrag, für 50.000 Euro ein Gutachten erstellen zu lassen, um die Schwächen im Bereich Tourismus aufzudecken. In den Haushaltsberatungen wurde dieser Antrag abgelehnt, weil sich auf dem Gebiet bereits einiges bewegt und daher die Mehrheit der Politiker ein Gutachten nicht für sinnvoll erachteten.

Nicht nur im Haushalt war der Tourismus ein Thema. Die Fraktion der Freien Wähler (FW) sieht im ÖPNV etliche Mängel, welche sie regelmäßig im Kreistag thematisiert. Der Bahnhof Limburg und die derzeitigen Fahrpläne stellen ein großes Problem dar, weil die Umsteigezeiten oftmals zu kurz sind. Auch gibt es Probleme, wenn nicht genügend Triebwagen auf der Strecke sind, um Fahrradfahrer mitzunehmen. „Es hat Auswirkungen auf den Tourismus, wenn Radfahrer nicht mehr mitgenommen werden“, so Valentin Bleul.

Landrat Michael Köberle reagierte darauf, dass er zum einen angab, sich im stetigen Austausch zum ÖPNV zu befinden, aber das manche Dinge ihre Zeit brauchen. Zur Tourismus-Situation erklärte er aber auch, dass es im Landkreis derzeit eine besondere Situation gebe. Die Klinik in Bad Camberg werde saniert, der Campingplatz in Limburg sowie in Runkel werden neu gestaltet und auch einige Hotels befindet sich in der Sanierungsphase. „Es passieren einige Arbeiten, die Einfluss auf den Tourismus haben“, so Köberle, „wir müssen schauen, wie es sich nach den Sanierungen entwickelt.“

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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