Schulbegleitungsdienst Malteser: „Helfen durch Inklusion“

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Eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung sollte kein Grund sein, dass Kinder und Jugendliche vom Kindergarten- oder Schulbesuch ausgeschlossen werden: Dafür stehen die Malteser mit ihrem Leitspruch „Hilfe den Bedürftigen“ und ihrem seit 2016 etablierten Schulbegleitdienst.

Wenn ein Kind Auffälligkeiten in der Entwicklung zeigt, führt der erste Weg zum Kinderarzt, der zunächst eine Diagnose stellt. Anschließend stellen die Eltern beim Sozialamt, Jugendamt oder der Pflegekasse einen Antrag auf Schulbegleitung. Nach einem positiven Bescheid übernehmen die jeweiligen Institutionen die Kosten des genehmigten Stundenumfangs. Hier greift nun die Arbeit der Malteser. Denn mit der Kostenzusage können sich die Eltern dort melden und sich über die Möglichkeiten einer Schulbegleitung informieren.

Schulbegleitung und Organisation des Tagesablaufes

„Jeder kann sich an uns wenden und wir prüfen, was geht“, so Mike Löw, Dienststellenleiter vom Malteser Hilfsdienst. Seine Dienststelle deckt den Landkreis Limburg-Weilburg, den Rhein-Lahn- sowie den Westerwaldkreis ab. Das Aufgabenspektrum des Malteser Schulbegleitdienstes fasst Löw so zusammen: „Pflegerische Tätigkeiten können wir nicht leisten. Wir bieten auch keine Hol- sowie Bringdienste an.“ Doch ansonsten begleiten sie Kinder und Jugendliche mit körperlichen, seelischen und geistigen Beeinträchtigungen. Zudem leisten sie bei der Organisation des Tagesablaufes Hilfe.

Das Personal besteht aus Fachkräften mit pflegerischen, medizinischen oder pädagogischen Vorkenntnissen, aber auch aus Quereinsteigern, die regelmäßig Schulungen besuchen. Bevor es in die praktische Arbeit der Schulbegleitung geht, erhalten potenzielle Schulbegleiter eine Unterweisung in Erster Hilfe. Weiterhin gibt es eine Fortbildung zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt. Zudem werden ganzjährig Lehrgänge mit unterschiedlichsten Inhalten angeboten.

Chemie muss stimmen

Nachdem sich die Familie gemeldet hat, schauen Mike Löw und Kerstin Brauer, Koordinatorin des Schulbegleitdienstes, ob die Chemie zwischen der Teilhabeassistenz und dem Kind passt. Dies geschieht durch ein persönliches Kennenlerngespräch. Dabei beurteilt das Team je nach vorliegender Diagnose, wer passen könnte und ob das Personal in dem Fall eventuell Vorkenntnisse hat.  „Nur durch eine enge Kommunikation mit den Familien, Schulen und den Schulbegleitern ist ein gutes Miteinander möglich“, so Brauer. Zudem ist es ihnen besonders wichtig, die individuellen Stärken eines jeden Kindes hervorzuheben und mit diesen Ressourcen zu arbeiten.

Dabei geht es in der Schulbegleitung nicht darum, den Kindern alle Aufgaben abzunehmen. Vielmehr geht es darum, die Aufgaben zu erleichtern, die ein Kind ohne Beeinträchtigung alleine leisten kann. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, damit das Kind irgendwann mehr Selbständigkeit erwerben kann“, so Brauer weiter. Auf diese Weise werden die Kinder unterstützt, aber gleichzeitig auch gefordert.  Durch diese Assistenz ist ihre Inklusion an Regelschulen möglich.
Auch während des Lockdowns und als die Schüler im Homeschooling waren, blieb der Kontakt zwischen den Schulbegleitern und den Schülern bestehen. „Es ist ein toller Zusammenhalt und nicht nur ein Job für unsere Begleiter, es ist ein Beruf aus Überzeugung“, so Brauer. Dabei stehen immer die Bedürfnisse des Kindes im Vordergrund und es besteht ein ständiger Austausch zwischen der Schule, den Schulbegleitern, den Maltesern und den Familien.

Wer Fragen zum Schulbegleitdienst hat, kann sich bei Mike Löw unter 06435 – 3001111 oder unter mike.loew@malteser.org informieren.

Mehr zum Thema findet sich auch auf der Internetseite der Malteser Limburg.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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