Seilbahnen gegen Verkehrschaos – MINT Club Hadamar in Berlin

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Eine Seilbahn wäre eine kostengünstige Alternative zu Straßen- oder U-Bahnen und es müssten keine neuen Straßen gebaut werden. Sie könnte eine Lösung für die Verkehrsprobleme sein. Dieser Meinung ist der MINT Club in Hadamar an der Herzenbergschule. Anfang Februar durften sie ihre Idee im Verkehrsministerium in Berlin vorstellen. Insgesamt sind sie sehr überrascht, wie ernst sie genommen werden.

Jeden Samstag trifft sich der MINT Club in Hadamar. Sieben Jungs und ein Mädchen zwischen neun und elf Jahren tüfteln mit ihrem Lehrer Christoph Braun im MINT Club „RoboSapiens“ und setzen verschiedene Ideen um. Ende letzten Jahres haben sie sich mit der Idee befasst, wie das Leben in der Zukunft aussehen könnte. Straßen nehmen immer mehr Platz weg, der Verkehr nimmt immer mehr zu. Zudem ist bereits jetzt schon kein Platz mehr vorhanden, um neue Straßen zu bauen. Ihre Idee sowie die Umsetzung in einem Modell führte sie nicht nur in die Seilbahn nach Koblenz, wo sie sich vor Ort mit der Technik auseinandersetzen konnten oder zum Verkehrsplaner von Frankfurt. Anfang Februar besuchten sie das Bundesverkehrsministerium und durften ihre Idee vorstellen. Letztes Wochenende erhielten sie sogar Besuch von Klaus-Peter Willsch (CDU), MdB, der in Berlin nicht dabei sein konnte, aber dennoch die Kids kennenlernen wollte.

„Wir werden ernst genommen“

Inzwischen ist das Projekt viel zeitintensiver geworden, als es jemals geplant war, so Christoph Braun. „Wir sind erstaunt, wie ernst wir genommen werden.“ Und so waren sie sehr überrascht, dass das Verkehrsministerium sogar einen Seilbahnbeautragten haben. Dies zeigte, dass ihre Idee zukunftsfähig ist.
Die Idee zur Seilbahn hatte der 10-jährige Noel, der diese aus dem Urlaub kannte. Drei Wochen lang haben sie an dem Modell gesessen, kamen mit Städteplanern ins Gespräch und haben sich die Seilbahn in Koblenz mit ihrer Technik angesehen. Mit all ihrer Recherche sind die acht Kinder der Meinung, dass die Seilbahnen eine gute Lösung für die Zukunft sein können.

Ihre Ideen und Ansätze haben sie in einen Brief an den Oberbürgermeister Peter Feldmann von Frankfurt sowie den Verkehrsminister Tarek Al-Wazir zusammengetragen. Die Antwort hat zwar etwas gedauert, aber vor kurzem gab es auch von ihnen eine Antwort. So bedankte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann für die Idee, welche er sehr interessant findet.
Eine Seilbahn bringt viele Vorteile mit sich mit. Der Bau sei günstiger und schneller als eine Straßenbahn und eine Seilbahnstation sei auch günstiger als ein Parkhaus. Zudem sei eine Seilbahn ein umweltfreundliches Transportmittel, welches so viele Leute wie 50 Autos pro Minute transportieren kann. Zudem verbraucht eine Seilbahn mit ihren 40 PS 90 Prozent weniger als Autos und immer noch 50 Prozent weniger als eine U-Bahn. Daher sind sich die Kinder einig, dass eine solche Seilbahn nicht nur für den Verkehr ein Gewinn darstellt, sondern auch ein attraktives Transportmittel ist.

Klaus-Peter Willsch lobt den Forscherdrang

Klaus-Peter Willsch wollte sich nun selbst einen Einblick in die Arbeit des MINT Clubs verschaffen und besuchte die jungen Forscher. „Positive Beispiele wie das Projekt aus Hadamar zeigen, dass Kinder anhand von alltäglichen Begebenheiten, Beobachtungen und Entdeckungen große Fragen beantworten können. Das Interesse und die Neugier der Kinder an den MINT-Fächern kann man nicht früh genug fördern. Die Arbeit in solchen Projekten ist eine hervorragende Möglichkeit, diese Grundbedürfnisse im Alltag aufzugreifen“, so Willsch. Er ließ sich von den Kindern die verschiedenen Projekte zeigen, welche sie bearbeiten. Denn neben der Seilbahn haben sie noch viele andere Ideen. Derzeit bauen sie einen 3D-Drucker zusammen, bevor sie 3D-Figuren selber drucken.

„Mir ist es wichtig, dass die Kinder verstehen, wie etwas funktioniert“, erklärte Christoph Braun, „daher haben wir keinen fertigen 3D-Drucker gekauft, sondern bauen ihn selbst zusammen.“ Wenn die kleinen Forscher die Dinge in der Hand haben und sie somit erfahren, lernen sie mehr als nur die bloße Theorie. Über die Schule hinaus erfahren die Kinder Mathematik, Physik und Informatik. Neben dem 3D-Drucker möchten sie gerne etwas realisieren, was sie in Berlin im Spionagemuseum gesehen haben. Sie möchten ein Labyrinth aus Lichtschranken bauen.

MINT Club Hadamar
Klaus-Peter Willsch lässt sich Projekte der kleinen Forscher zeigen.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „Seilbahnen gegen Verkehrschaos – MINT Club Hadamar in Berlin

  • 21. Februar 2020 um 17:55
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    Was für ein schönes Ergebnis!
    Viel Arbeit und dafür tolle Anerkennung.
    Glückliche Kinder, die so lernen dürfen

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