Senckenberg-Schule goes to Tokio

Die Schulgemeinschaft der Johann-Christian-Senckenberg-Schule mit ihren drei Standorten Arfurt, Runkel und Villmar, haben sich auf den Weg gemacht. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad möchten sie die 16.563 Kilometer bis nach Tokio zum Start der Olympischen Spiele überwinden.

Am 7. Juni startete die Schulgemeinschaft und hat bisher schon einiges auf ihrem Weg gesehen. Von Runkel aus ging es nach Augsburg, vorbei an Garmisch-Partenkirchen. Ein kurzer Zwischenstopp in Österreich und weiter nach Italien. Ein kurzer Abstecher nach Venedig, bevor Kroatien, Bosnien und Herzegowina durchwandert wurden. Weitere Orte auf der Strecke lagen in Iran, Turkmenistan sowie Kasachstan. Gerade befindet sich die Schulgemeinschaft mit zurückgelegten Kilometern in der Mongolei. Noch 5.500 Kilometer liegen vor ihnen.

Sammeln von Kilometern

Leider haben sie keinen dieser Orte in echt gesehen, aber auf einer großen Weltkarte im Eingang der Senckenberg-Schule in Runkel sowie im Internet kann die ganze Schulgemeinschaft verfolgen, wo sie sich gerade befinden. Und alle dürfen daran teilnehmen. Nicht nur der Lehrkörper und die Schülerschaft machen Kilometer, sondern auch die Familien dürfen daran teilnehmen. Zu Fuß, beim Nordic Walking, mit dem Fahrrad oder mit Inlineskatern oder auf dem heimischen Laufband – alle Kilometer werden gezählt. Laufen sich die Schüler vor dem Sportunterricht zwei Bahnen warm, fließen diese Kilometer mit hinein. Und gehen die Klassen wandern, fließen die gewanderten Kilometer nicht nur einmal in das Ergebnis, sondern multipliziert mit der Anzahl an Mitläufern. Und so ist die gesamte Schulgemeinschaft aktiv, um pünktlich zum Beginn der Olympischen Spiele am 23. Juli in Tokio zu sein.

Motivation zur Bewegung

Die sportlichen Aktivitäten fielen wegen der Corona-Pandemie im letzten Jahr aus. Die beliebten alljährlichen Schulmannschaftswettbewerbe „Jugend trainiert für Olympia“ konnten nicht stattfinden. Daher überlegten sich die Lehrenden immer wieder kleine Wettbewerbe und Bewegungsspiele, um die Kinder neben dem ganztägigen Sitzen auch zu mehr Bewegung zu animieren, erzählt der Sportlehrer Fabian Eigenbrodt. Da kam die Idee von Heinz-Jürgen Deuster genau richtig. Dieser habe im Internet gesehen, dass eine Schule virtuell die Erde einmal umrundet hat. Und mit dem sportlichen Gedanken „Dabei sein ist alles“ hat die Schule diese Idee gerne aufgenommen. Eigenbrodt hat ein Team gebildet, denn es geht nicht nur darum, ein paar Meter zu laufen und dies der Schule zu melden. Zum einen kann auf einer Internetseite der Fortschritt genau verfolgt werden. Zum anderen wurde ein Aufkleber entworfen und jeder, der daran teilnimmt, kann sich mit Aufkleber fotografieren. Diese Bilder sammelt das Team um den Sportlehrer. Daraus soll am Ende ein großes Mosaik entstehen, welches als Bild in den Schulgebäuden einen Platz finden soll. Dabei war es Eigenbrodt wichtig, dass dies eine Gemeinschaftsaktion ist ohne Wettbewerbsgedanken. Daher gibt es auch keine Rangliste, wer die meisten Kilometer läuft.

Wetterabhängiges Laufen

„Es sind vor allem die Grundschüler und jüngeren Schüler, die am aktivsten dabei sind“, weiß Eigenbrodt zu berichten. Die größeren Schüler sind ein wenig müde durch all die virtuellen Angebote, die es in der gesamten Corona-Pandemie gab. Da fällt es ein wenig schwerer, diese zu animieren. Und an den eingereichten Kilometern kann Eigenbrodt genau sehen, welches Wetter war. „Zu Beginn kamen mehr Kilometer zusammen, da war auch das Wetter schön“, erzählt er, „aber die letzten eineinhalb Wochen kam weniger zusammen, weil das Wetter schlechter ist.“ Bei Regen und kühleren Temperaturen gehen die Menschen nicht so gerne raus wie bei Sonnenschein.

Viel Arbeit steckt in der Internetseite. Dort ist nicht nur der Fortschritt zu sehen. Alle Orte, durch die es hindurch geht, sind verlinkt, so dass die Kinder niedrigschwellig ein wenig Erdkunde machen und etwas über einzelne Orte erfahren können.
Die Idee gefiel Heinz-Jürgen Deuster so gut, dass er diese auch gerne für seinen Wohnort Odersbach umgesetzt hat, wo er im Ortsbeirat tätig ist. Es sei das Ziel, die Menschen durch Bewegung und Spaß zusammenzubringen. Die Odersbacher haben noch nicht ganz so viele Kilometer geschafft, aber auch hier kamen bereits 4.000 Kilometer zusammen.

Blick auf die zurückgelegte Wegstrecke

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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