23 Fleischwurstinteressierte wählten ihre persönlichen Favoriten

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Am 13.April lud Slow Food e.V. Westerwald-Taunus Interessierte zu einer Fleischwurstverkostung ins Kolpinghaus nach Limburg ein. 15 verschiedene Fleischwürste – warm oder kalt – wurden von den Teilnehmern blind verkostet. Diese wählten am Ende ihren Favoriten. 

Diesen Nachmittag wird wohl niemand so schnell vergessen, denn es gab Fleischwurst satt. Und Martina Hartmann-Menz, die die Veranstaltung im Namen von Slow Food organisiert hatte, sagte nicht von ungefähr gleich zu Anfang: „Heute geht niemand hungrig nach Hause!“

Bereits die Griechen liebten sie

15 Fleischwürste von 15 verschiedenen Produzenten wurden an dem Nachmittag verkostet, jeweils kalt und warm. Das Ganz fand als Blindverkostung statt, denn keiner wusste, wessen Produkt er sich gerade auf der Zunge zergehen ließ. Nur Martina Hartmann-Menz, welche die Produkte besorgte, hatte die Auflösung parat. Aber dazu am Ende mehr. Los ging es mit einem lehr- und humorreichen Vortrag über die Fleischwurst. Metzgermeister Dietmar Laux, seine Zeichen auch stellvertretender Obermeister der Fleischer Innung Limburg-Weilburg, unterhielt die Teilnehmer mit allerlei Fakten.

Von den alten Griechen über die Stadt Lyon im Mittelalter bis zum heutigen Saarland schlug sich der historische Bogen. Im Saarland heißt die Fleischwurst heute noch „der Lyoner“ und ist als „Steak des Bergmannes“ bekannt. Weiterhin gab es Wissenswertes über die Herstellung zu hören. Eine Fleischwurst besteht aus Rind- und Schweinefleisch, Speck und Eis. Dazu kommen dann je nach Rezeptur die geheimen Gewürze wie Kardamon, Kurkuma, Muskat, Koriander, Knoblauch oder Ingwer. In Därme gefüllt wird die Masse leicht geräuchert und dann gebrüht. Zitat Laux: „Eine gute Fleischwurst hat ein zartrosa Aussehen, eine feste Konsistenz und einen würzig-aromatischen Geschmack.“

Intensive Verkostung

Gut eingestimmt begann die Verkostung. Die Fleischwürste standen alle schon kalt und in Scheibchen geschnitten parat. Das warme Pendant kam dann nach und nach dazu. Jede Fleischwurst wurde einzeln in Tüten im Wasserbad erhitzt, damit es zu keinen Geschmacksübergreifungen kommen konnte. Die ersten 30 Minuten war die Schlagzahl der teilnehmenden Verkoster recht hoch – doch je mehr Würste aus dem heißen Wasserbad ihren Weg auf die Verkostungsteller fanden, umso langsamer und pausenbetonter wurde die Verkostung – also ganz slow.

Jeder Teilnehmer hatte eine Verkostungsliste mit Platz für eigene Notizen. 24 Klebepunkte konnten nach Gusto auf den Nummernzetteln der schmeckenden Würste verteilt werden, aber nicht mehr als fünf pro Wurst. Am Ende wurden die Punkte gezählt und dann schritt Martina Hartmann-Menz zur Auflösung. Die Spitzenplätze 1 – 3 teilten sich die Fleischwürste der Metzgereien Blum aus Diez, Mühleisen aus Selters und Grasmehr aus Weilburg-Gaudernbach. Aber auch fast alle anderen Würste fanden ihre Befürworter.

Geschmack ist und bleibt individuell und bekanntlich kann man darüber nicht streiten. Eins allerdings erfreute das Slow Food Herz: Die eine Fleischwurst vom Discounter hatte tatsächlich eines der schlechtesten Ergebnisse. Womit wir bewiesen haben: Die Fleischwurst lügt nicht!

Es war eine spannende, lehr- und kalorienreiche Veranstaltung. Und was anfänglich bereits angedroht wurde: Niemand ging hungrig nach Hause.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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