St. Martin – Fenster zum leuchten bringen

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Durch Corona ist in diesem Jahr alles anders. St. Martin wird am Mittwoch nicht durch die Straßen reiten. Lampen-tragende Kinder laufen nicht durch die Orte und singen „Laterne, Laterne“. Dies bedeutet jedoch nicht, ganz darauf zu verzichten. 

Der 11. November steht in enger Verbindung zu St. Martin und der Martinsgans. Bei uns auch sehr beliebt die Martinsbrezel von den Bäckern. In diesem Jahr ziehen keine Scharen von Kindern durch die Straßen und bringen Licht. Doch warum feiern wir St. Martin eigentlich?

Was uns St. Martin lehrt

Martin war ein römischer Soldat, der um das Jahr 316 nach Christus geboren wurde. Der Legende nach war er an einem kalten Wintertag zu Pferd unterwegs. Er ritt an einem hungernden und frierenden Bettler vorbei. Da ihm der Mann so leid tat, teilte Martin mit dem Schwert seinen warmen Mantel und schenkte dem Bettler die eine Hälfte. In der Nacht erschien der Bettler im Traum von Martin und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. Dies führte dazu, dass Martin sich taufen und im christlichen Glauben unterrichten ließ. Später wurde er Bischof von Tours und übte dies 30 Jahre lang aus. In dieser Zeit soll er zahlreiche Wunder gewirkt haben. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heilig gesprochen. Er ist Schutzpatron vieler Gruppen wie der Weber und Schneider. Dieser Tag ist inzwischen sein Gedenktag.

Sein Leichnam überführten die Menschen damals mit einer Lichterprozession. Daraus entstand das Laternelaufen, was besonders bei den Kindern jedes Jahr große Begeisterung hervor ruft. Zudem entzündete die Menschen häufig im November Feuer auf den abgeernteten Feldern. Damit dankten sie für die Ernte und nahmen Abschied vom Erntejahr. Mit den Fackeln und ausgehöhlten Rüben wanderten die Kinder durch die Straßen. Diese Bräuche flossen alle mit in den Martinsumzug ein.

Fenster zum leuchten bringen

Doch in diesem Jahr finden aufgrund von Corona eine Umzüge statt. „Ich geh mit meiner Laterne…“ wird nicht aus den Kindermündern erklingen. Dennoch haben sich viele Stellen Möglichkeiten überlegt, dennoch Licht in die Dunkelheit zu bringen. Über die Grundschulen und Kindergärten wurden die Tüten vom Bistum Limburg zur Martinsaktion verteilt. Dies findet statt unter dem Motto „Zündet ein Licht an“. Diese können mit einem LED-Licht in die Fenster gestellt werden. Zudem sind alle dazu aufgefordert, das Thema in die sozialen Medien zu holen und Bilder mit #stmartin2020 zu posten.

St. Martin Corona

In Elz soll der Kirchturm der Pfarrkirche von innen heraus zum Leuchten gebracht werden. Diamond Media Event macht zusammen mit Pfarrer Steffen Henrich die Aktion „Zündet ein Licht an XXL“. Über eine Projektion soll die Kirche in eine riesige Laterne verwandelt werden und aus den Fenstern kommt das flackernde Licht der Laterne.

Fotowettbewerb des Bistums Limburg

Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung des Bistum Limburg hat sogar einen Fotowettbewerb ausgerufen und konnte dafür Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz als Schirmherren gewinnen. Mit diesem Gewinnspiel möchte das Bistum die Kinder und Einrichtungen zusätzlich beflügeln, auch in diesem Jahr an St. Martin teilzunehmen, auch wenn es nicht wie gewohnt ist. Mitmachen unter #stmartin2020 können Kinder, Familien, Kitas, Schulen oder auch Horte.

„Wir sehen es als wichtig an, dass junge Menschen sich frühzeitig mit Themen wie Armut und Teilen auseinandersetzen und damit, was Solidarität in diesem Zusammenhang bedeutet“, erklärt Sonja Peichl, Geschäftsführerin der Stiftung. „Mit der Aktion wollen wir auch in diesen herausfordernden Zeiten ein Licht an all jene senden, die von Hunger, Armut und Ausgrenzung betroffen sind“, betont Alexander Lorz.

Mitmachen ist ganz einfach: Alle, die in der Aktionswoche vom 8. bis 15. November entfallene Martinsumzüge durch Foto- und Videobotschaften unter dem Hashtag #stmartin2020 in den Sozialen Kanälen ersetzen, können dazu eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche auf dem Gebiet des Bistums Limburg mit Postleitzahl nennen, der ein Gewinn zugutekommen soll. (Die genauen Bedingungen können den AGB weiter unten entnommen werden.)

Am Ende entscheidet das Los und aus den genannten Gewinner-Einrichtungen werden acht Einrichtungen mit einem großen Außenspielzeugpaket im Wert von je 1000 Euro belohnt. Mehr dazu auf der Seite des Bistum Limburg


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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