Stöffel-Park Enspel – Erd- und Industriegeschichte erleben

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Bis 2001 waren die Industrieanlagen im Stöffel-Park in Enspel in Betrieb. Bis heute findet Basaltabbau statt. Nach der Stilllegung der Anlagen wurde der Park sukzessive in ein Museum und Erlebnispark umgewandelt. Neben der Industriegeschichte gibt es auch erdzeitlich einiges zu entdecken. So ist der berühmteste Fund im Stöffel-Park die Stöffelmaus, ein flughörnchenähnliches Wesen. 

Der Stöffel-Park Enspel befindet sich auf dem Stöffel, Ende des 19. Jahrhunderts mit einer Höhe von 498 Metern. Das Gelände ist rund 140 Hektar groß. Heute ist der Berg im Westerwald nicht mehr so hoch durch den stattfindenden Basaltabbau. Zum einen bietet der Stöffel-Park einen Einblick in die Geschichte des Basaltabbaus und der verarbeitenden Industrie. Zum anderen gab es in dem Basalt erstaunliche Fossilienfunde, so dass der Stöffel zu einer weltweit bedeutenden Fossilienlagerstätte des Tertiär zählt.

Basaltabbau und Verarbeitung

Alte Gebäude mit Löchern in den Gemäuern, alte verrostete Stahlträger, zerrissene Förderbänder und herumliegende Gesteinsbrocken verschiedener Größen verleihen den Industriegebäuden im Stöffel-Park ein wild-romantisches Ambiente, in welchem der Besucher gerne stöbern möchte. Sie geben nur einen kleinen Einblick in die Arbeitsbedingungen Ende des 19. Jahrhunderts. Nur geschichtliche Tafeln lassen erahnen, welchen Arbeitsbedingungen die Arbeiter ausgesetzt waren, die für 1,30 Mark die Stunde Pflastersteine aus den Basaltsteinen klopfen mussten – mindestens 600 Stück am Tag. Herausgebrochene Kanten in den Zwischendecken lassen vermuten, dass manche Maschine ins Gebäude gelangte nach dem Motto „Was nicht passt, wird passend gemacht!“ Und wenn man die Gebäude so sieht, ist es kaum vorstellbar, dass diese bis 2001 noch im Betrieb waren. Wer sonntags oder feiertags den Park besucht, kann mit einem Führer die Industrieanlagen von innen begutachten.

Ein Blick von oben auf die Industrieanlagen im Stöffel-Park Enspel

Erdgeschichtliche Entdeckungen

Neben den alten Industrieanlagen ist der Stöffel-Park auch erdgeschichtlich von großem Interesse. In den Basaltschichten wurden viele Fossilien entdeckt, wie die weltberühmte Stöffel-Maus, ähnlich den heutigen Flughörnchen. Im neuen Museum Tertiärum gibt es Einblicke in die verschiedenen Funde. Bis vor zwei Jahren konnten auch Kinder selbst noch in Bruchstücken nach Fossilien suchen, die als Abfall von studentischen Ausgrabungen übrig waren. Dies ist heute leider nicht mehr möglich. Dennoch lohnt es sich, den Park zu Fuß zu erwandern. Von einem Aussichtspunkt gibt es einen herrlichen Blick auf den See, welcher voller großer Karpfen ist sowie den Steinbruch, in welchem bis heute Basalt abgebaut wird.

Ein schöner Blick von der Aussichtsplattform

In einem Steingarten lassen sich verschiedene Gesteinsarten barfuß erleben. Zudem befindet sich dort ein Nutzgarten und Wiesen für Bienen und Hummeln. Zudem lassen sich viele Kunstwerke in dem Park entdecken.  Der Stöffel-Park zählt mit zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. In diesem interessanten Ambiente finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt, bei denen der Park mit allen Sinnen erlebt werden kann.

Informationen zum Stöffel-ParkEnspel

Anschrift

Stöffelstraße
57647 Enspel
Telefon 02661 9809800

Öffnungszeiten

März bis Oktober
Dienstag, Mittwoch und Donnerstag  10 bis 17 Uhr
Freitag,Samstag,Sonntag und Feiertage 10 bis 18 Uhr

An Feiertagen öffnet der Stöffel Park auch montags.

November bis Februar
Die Räumlichkeiten stehen nur für angemeldete Besichtigungen und bei Veranstaltungen zur Verfügung.

Eintrittspreise

Erwachsene 5 Euro
Kinder 3 Euro
Familienkarte 10 Euro

Weitere Informationen

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage. Zu empfehlen ist ein Besuch am Sonntag oder Feiertag. Dann gibt es Führungen in die Industriegebäude hinein und wer schwindelfrei ist, kann neben einem Förderband hoch in den Brecher klettern.

Der Stöffel-Park ist für alle zugänglich – darauf wird auf der Homepage hingewiesen. Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH hat dem Park die Auszeichnungen „Barrierefreiheit geprüft” und „Gehbehinderung Stufe 2” verliehen.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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