Über 100 Einsätze für die Helfer vor Ort

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Seit 2011 gibt es im Landkreis das System Helfer-vor-Ort (HvO). Dieses startete in Frickhofen, wurde dann im Juni 2017 in  Elz etabliert und seit September besteht dieses auch Elbtal sowie den Hadamarer Ortsteilen Nieder- und Oberzeuzheim. Ihr ehrenamtlicher Einsatz bleibt häufig unbemerkt und dennoch werden sie fast jede Woche einmal alarmiert. 

Die Helfer-vor-Ort sind Mitglieder beim DRK Ortsverband Elz und Frickhofen. Die Elzer decken ihre Gemeinde mit Malmeneich ab, während der DRK Frickhofen die eigene Kommune sowie Elbtal und die beiden Hadamarer Ortsteile betreut. In Elz sind es insgesamt 14 Helfer, die rund um die Uhr alarmierbar sind. Beim DRK Frickhofen sind es 19 Helfer.

24 Stunden einsatzbereit

Die HvO sind 24 Stunden einsatzbereit. Seit Elz dieses System im letzten Jahr installiert hat, wurden die HvO zu 52 Einsätzen gerufen. Der Hauptgrund der Alarmierung ist häufig die bewusstlose Person, welche eventuell auch reanimiert werden muss. Bei fünf bewusstlosen Personen in Elz gab es Kreislaufstillstände, so dass die HvO noch vor dem Eintreffen der Rettungswagen mit der Wiederbelebung beginnen konnten. Weitere Notfallbilder in Elz waren Atemnot, Allergische Reaktion, Schlaganfall, Verbrennung, Verkehrsunfall, kindlicher Fieberkrampf, Treppensturz, Krampfanfall, bew. Kind und 2 Besoffene bei Rewe.

Die HvO aus Frickhofen rückten in diesem Jahr bis jetzt 54mal aus. 50 Einsätze waren in Dornburg, einer in Elbtal und drei in Nieder- bzw. Oberzeuzheim. Durch ihren Einsatz konnten Menschen gerettet werden, für die der Rettungswagen zu spät gekommen wäre, einfach weil die Helfer bereits mit der Reanimation beginnen konnten.

HvO als Bindeglied zum Rettungsdienst

Manchmal dauert es zu lange, bis der alarmierte Rettungsdienst bei einem Notfall vor Ort sein kann. Dann sind es wenige Minuten, die darüber entscheiden, ob jemand bei einem Herzinfarkt oder Atemstillstand überlebt oder nicht. Diese therapiefreie Zeit überbrücken die HvO und stellen damit ein wichtiges Bindeglied zum Rettungsdienst dar. Ob bei einem Herzinfarkt, Kreislaufstillstand, Schlaganfall oder Sturz – im Notfall ist schnelle Hilfe lebenswichtig. Das Gesetz schreibt vor, dass der Rettungswagen innerhalb von zehn Minuten am Ort des Geschehens sein soll. Doch wenn z.B. die Atmung aussetzt, kann dies bereits zu spät sein. Und kommt die Hilfe zu spät, kann dies zu schweren Schädigungen im Gehirn führen.

Ziel ist es, durch die räumliche Nähe zum Einsatzort schon nach zwei bis fünf Minuten erste Maßnahmen am Patienten vornehmen zu können. Voraussetzung ist die frühzeitige Alarmierung durch die Zentrale Leitstelle in Limburg, die nach festen Kriterien entscheidet: Wenn sich aus der Meldung ergibt, dass ein Mensch vermutlich lebensrettende Sofortmaßnahmen benötigt, er also nicht ansprechbar ist, nicht sicher atmet und der Rettungsdienst nicht schnell genug da sein kann. Diese Kriterien wurden gemeinsam mit den ehrenamtlichen Einsatzkräften festgelegt.

Investitionen in die HvO

Im Herbst wurden die HvO in Elz bei der jährlichen Fortbildung in verschiedenen Notfallbildern geschult. Bereits im nächsten Jahr soll die Anzahl der Helfer steigen, weil von den jüngeren Helfern ein paar soweit sind, um mit zu unterstützen. In Elz sind im Schnitt nach Alarmierung zwei bis vier Helfer vor Ort. Es erfolgt dann auch eine kurze Rückmeldung an Nachrücker, das sie nicht mehr gebraucht werden. Die Zusammenarbeit mit dem hauptberuflichen Rettungsdienst läuft reibungslos, Patienten werden in Kooperation versorgt und in den RTW verbracht, so Carsten Fruhner, der die HvO in Elz koordiniert.

Frickhofen konnte im letzten Jahr seine HvO dank großzügiger Spenden von 23 Spendern mit AEDs, einem automatisierten externen Defibrillator, ausstatten. Für diese fallen eine zwei Jahre Kosten von 150 bis 200 Euro an, um die Geräte nach dem Medizinproduktegesetz zu überprüfen. Alle fünf Jahre muss ein neuer Akku für 300 Euro angeschafft werden. Dies sind Kosten, die der Ortsverband im Blick behalten und bei seinen Ausgaben mit einberechnen muss. Zudem soll sich jetzt die Arbeit in den neuen Bereichen Elbtal, Nieder- und Oberzeuzheim etablieren. Meik Flügel, der das ganze beim DRK Frickhofen koordiniert, ist es auch wichtig, dass die Einsatzkräfte nicht überfordert werden.

Ich danke Carsten Fruhner und Meik Flügel für die Zahlen und die kleinen Einblicke.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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