Unterwegs in der Region – St. Lubentius Kirche Dietkirchen

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Hoch auf ihrem Felsen sitzend ist die St. Lubentius Kirche in Dietkirchen von vielen Punkten in der Region aus zu sehen – von der A3 oder von der Dietkircher Höhe aus. Sie ist beliebter Ort von Konzerten und vom Felsen aus hat jeder einen schönen Blick über das Lahntal.

Am Westufer der Lahn auf einem Felsen gelegen steht die romanische St. Lubentius Kirche. Bis ins 13. Jahrhundert war diese Stiftskirche der kirchliche Mittelpunkt in der Region. Grabungen in den 1950er und 1960er Jahren ergaben, dass die Menschen den Felsen seit der Jungsteinzeit besiedelten.

Von der Dietkircher Höhe gibt es einen Blick auf die Lubentius Kirche.
Von der Dietkircher Höhe gibt es einen Blick auf die Lubentius Kirche.

Die 39 Meter lange Basilika besitzt zwei markante Türme, die gleich hoch sind und nur unterschiedlich hohe Dächer besitzen. Im Gegensatz zum Limburger Dom ist auch der Gang zwischen den beiden Türmen noch erhalten. Umgeben ist die Basilika von einem alten Friedhof.

Legende um den Heiligen Lubentius

Die Keimzelle der Christianisierung im Lahntal lag in Dietkirchen. Ein Missionar war der heilige Lubentius. Er war nicht nur missionarisch in der Region tätig. Es gibt eine Legende um ihn, die ihn eng mit der Lubentius Kirche, welche er gegründet hat, verbindet. Gestorben war der heilige Lubentius in Kobern an der Mosel. Sein Leichnam ließ sich nicht wegbewegen. Die angereisten Bischöfe legten den Leichnam in einen unbemannten Kahn und der Flusslauf sollte die Grabstätte bestimmen. Laut Sage trieb das Boot bis Koblenz, von dort rheinaufwärts und von dort in die Lahn hinein. In Dietkirchen landete das Boot und der Heilige wurde in der von ihm gegründeten Kirche begraben. (Quelle: „Limburg an der Lahn – Im Wandel der Zeit“ von Dr. Christoph Waldecker)

Teil des Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

St. Lubentius Dietkirchen zählt mit zum Geopark Westerwald-Lahn-Taunus. Dies hat sie ihrem Standort zu verdanken. Auf einem steilen Kalkfelsen thront die Basilika über der Lahn. Daher passt sie sehr gut in den Geopark, dessen Motto „….wo Marmor, Stein und Eisen spricht“. Der Fels „spricht“ von einer langen Geschichte. Es wird vermutet, dass die erste aus Stein gebaute Kirche bereits 730 nach Christus an dieser Stelle errichtet wurde. Die Spuren der Besiedlung gehen noch viel weiter zurück bis 4.000 Jahre vor Christus. 838 fand die Einweihung der erweiterten Kirche statt, in welcher die Gebeine von Lubentius bestattet wurden.

Nicht nur die kulturelle Geschichte um die Kirche ist sehr bewegend. Auch die geologische Geschichte ist sehr interessant. Der schroffe Kalksteinfelsen hat seinen Ursprung vor etwa 375 Millionen Jahren im Erdzeitalter des Devon. Damals lag dieses Gebiet inmitten eines Meeres. Unter tropischen Klimabedingungen siedelten sich Korallen oder Stomatoporen an den Rändern der Vulkaninseln an und starben. Durch diese kalkschaligen Organismen existieren die riesigen Kalkvorkommen im Lahntal. Der Kalkstein besitzt eine große wirtschaftliche Bedeutung.

Mehr zur Lubentius Kirche mit dem Aufbau der Kirche selbst und einigen Hintergründen zur kirchlichen Bedeutung von Dietkirchen findet ihr hier.

Da sich der Hang herrlich der Sonne präsentiert, bauen die Menschen seit 1998 an dem Hang Wein an. Jedes Jahr ernten sie um die 400 Kilogramm Trauben. Aus diesen wird der Dietkirchener Lubentius Ley Wein gekeltert. Dieser wird hauptsächlich als Messwein genutzt.

Die St. Lubentius Kirche thront hoch auf dem Felsen
Die St. Lubentius Kirche thront hoch auf dem Felsen

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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