Verschiebung der Schulfusion um zwei weitere Jahre

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Zum Schuljahr 2020/21 sollte die Schulfusion der Mittelpunktschule „Goldener Grund“ in Selters und der „Schule im Emsbachtal“ in Brechen-Niederbrechen zu einer Verbundschule stattgefunden haben. Diese wird nun um zwei weitere Jahre bis zum Schuljahr 2022/23 verschoben.

Der Beschluss, die beiden Schulen zu einer Verbundschule zum Schuljahr 2020/21 zusammenzuführen, wurde vom Kreistag im April 2019 gefasst. Doch bisher wurde die Fusion von den Akteuren nicht mit erkennbarer Energie vorangetrieben und eine weitere massive Beeinträchtigung findet durch die derzeitige Corona-Pandemie statt. Daher wandte sich Landrat Michael Köberle (CDU) im Mai an den Kultusminister Alexander Lorz, um eine Aufschiebung der Fusion zu forcieren. Der Kreistag musste seinen Beschluss vom April 2019 aufheben und das Verfahren für die Fusion zum Schuljahr 2022/23 neu eröffnen. Dieser Vorlage stimmte der Kreistag einstimmig zu.

Wunsch nach mehr Beteiligung der Schulen

Bereits im Schreiben vom Landrat an den Kultusminister wurde angesprochen, dass die Aktivität aller Beteiligten für den Schulprozess bisher recht überschaubar waren. „Die selbstverständliche und notwendige Gremienarbeit mit Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft zur möglichen Neuausrichtung der neuen Verbundschule blieb so bis jetzt in wesentlichen Aspekten Absichtserklärung.“ Und so wünschte sich Manuel Böcher in der Aussprache mehr Beteiligung der beiden Schulen. Beide Schulen haben Stärken und Schwächen, die man hätte gegenseitig herausarbeiten können. „Es ist unser Ziel, das bestmögliche für die Schüler herauszuholen“, so Böcher. Dennoch sei es ein gutes Zeichen, dass sich beide Schulleiter nun in einem gemeinsamen Schreiben an den Kultusminister gewandt haben.

In dem Schreiben der beiden Schulleiter weisen sie darauf hin, dass durch die Corona-Pandemie Einschränkungen gegeben sind, die auch zum neuen Schuljahr nicht gelöst sein werden. „Um ein zukunftsweisendes neues Konzept für die neue Verbundschule im Goldenen Grund erarbeiten zu können, halten wir einen sicheren und erfolgsversprechenden Start der Fusion zum Schuljahr 2022/23 zielführend und richtig“, so Andreas Lang, Rektor der MPS Goldener Grund Selters und Bernd Steioff, Rektor der Schule im Emsbachtal Brechen in ihrem Schreiben.

Michael Uhl, SPD, fasste es recht knapp zusammen: „Nach unserem Beschluss hätte keiner gedacht, dass dies nochmal Thema im Kreistag sein wird.“ Er sei darüber schon ein wenig verwundert und sieht die Schulen klar in der Verantwortung. „Jetzt müssen die Akteure aktiv werde“, so Uhl, „eine weitere Zeitaufschiebung ist nicht mehr möglich.“ Hans Werner Bruchmeier, FDP, sieht in der Verschiebung nochmal die Möglichkeit, um genauer über die Fusion nachzudenken. Er regte an, darüber nachzudenken, die Grundschulen aus der Verbundschule rauszunehmen. Gerade die Krise habe gezeigt, dass wohnortnahe Schulen ohne Schülertransporte wichtig sind.

Wolfgang Lippe, Grüne, äußerte sich auch sehr überrascht, da ja die ganze Zeit von dem Prozess nichts zu hören war. Daher sei er auch ein wenig ungeduldig. Er würde sich wünschen, regelmäßig über den Prozess informiert zu werden. Dies beantragte auch Jörg Zimmermann, die Linke. Mit den Stimmen der CDU, SPD sowie AfD wurde dieser Ergänzungsantrag jedoch abgelehnt.

Einstimmig nahm der Kreistag die Beschlussvorlage an.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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