Villmarer Krippe in neuem Glanz

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Heute besuchte ich die Krippe in Villmar, die nach einer Restauration im neuen Glanz erscheint. Bis zum 2.Februar kann diese noch in der Pfarrkirche St. Peter und Paul besichtigt werden. 

Die Krippe-Figuren aus Villmar wurden in den Nachkriegszeit angeschafft. Es sind besondere Figuren, denn es handelt es sich um eine „Bekleidete Krippe“. Die Köpfe, Hände und Füße sind aus Holz geschnitzt. Der Rest besteht aus Kleidung und Gelenken. Dadurch können die Figuren unterschiedliche Positionen wie sitzen, stehen oder knien einnehmen. Damit lassen sich die Szenen um einiges lebendiger gestalten. Da sich in den letzten Jahren ein „Gelenkverschleiß“ gezeigt habe, wurden die Figuren restauriert, erklärte Dr. Bernold Feuerstein.

Figuren im neuen Glanz

Zur Restauration kamen die Figuren nach Oberammergau in die Holzschnitzerei Klucker. Auch die Gesichter erhielten eine Auffrischung und wurden neu bemalt. Wie alt die Figuren selbst sind, ist nicht bekannt. In der Nachkriegszeit wurden sie angeschafft und der Stil dieser Krippe ist wohl auch in Oberammergau sehr oft zu finden. Die Krippe steht vor dem Marienaltar, wo sonst die Pieta steht, auf der linken Seite des Kirchenschiffes.
Für die Arrangements der Szenen sind die Geschwister Doris Klersy und Edith Brahm verantwortlich. Am 1.Advent zeigte die Szene Johannes, den Rufer in der Wüste. Am 2. Advent wurde die Verkündung des Engels dargestellt. Am 3. Advent stand der Besuch von Maria bei Elisabeth im Mittelpunkt. Am 4.Advent wurde die Herbergssuche gezeigt.

In diesem Jahr wurde die Krippe um eine weitere Szene erweitert. Auf der rechten Seite des Kirchenschiffs vorne am Altar machen sich bereits die Drei Weisen aus dem Morgenland auf den Weg. Bis zum 2.Februar werden noch die Flucht nach Ägypten sowie die Darstellung des Herrn im Tempel zu sehen sein.

Jedem der Hl. Drei Könige ist ein Banner zugeordnet, welches auf sein Herkunftsland hinweisen soll – dies sind von links Europa, Asien und Afrika. Ihren Ursprung haben diese Wappen im 14. Jahrhundert, wo sie als Fantasiewappen in mittelalterlichen Wappenbüchern erschienen. Danach tauchten sie auch in der bildenden Kunst als Fahnen auf. Vom Gemälde „Ankunft, Reise und Anbetung der Könige“ eines Wiener Künstlers um 1490 haben sich die Villmarer inspirieren lassen für die Fahnen ihrer Könige.

Einladung zum Erleben der Krippe

Am Sonntag, 6, Januar 2019 bietet Dr. Feuerstein um 17 Uhr in der Villmarer Kirche eine Musikalische Bildmeditation „Die Hl. Drei Könige in Musik und Kunst“ an. Gezeigt werden Lichtbilder von Kunstwerken verschiedener Epochen von den Katakomben bis zum späten Mittelalter, dazu Dreikönigslieder zum Mitsingen.

    



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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