Vorsitzender vom Schützenverein Limburg fühlt sich im Stich gelassen

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Gestern teilte die Stadt Limburg in einer Pressemitteilung mit, wie es mit dem Schützenverein Limburg weitergehen könnte. Daraufhin hat der Vorsitzende Andreas Göbel sein Amt als Vorsitzender mit sofortiger Wirkung niedergelegt, weil er sich und den Verein im Stich gelassen fühlt.

Nach zwei Felsstürzen ist die Anlage vom Schützenverein im Eduard-Horn-Park nicht mehr komplett nutzbar. Es gebe jedoch vier Varianten, wie der Verein in Zukunft fortgeführt werden kann, teilte die Pressestelle gestern mit. Entweder der Verein kann vor Ort bleiben, aber zukünftig nicht mehr die 50-Meter-Bahn nutzen. Eine Felssicherung in der Art, dass die 50-Meter-Bahn weiterhin nutzbar ist, ist der Stadt zu teuer. Ein Neubau in Staffel oder in der Eppenau sei dann eine bessere Alterative und günstiger. Favorisiert wird von der Stadt die Lösung, dass der Verein im Eduard-Horn-Park bleibt, aber zukünftig ohne 50-Meter-Bahn.

Von der Stadt im Stich gelassen

Der Vorsitzende Andreas Göbel ist verärgert und fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. „Wir zahlen seit zwei Jahren Pacht und dürfen 80 Prozent des Geländes nicht nutzen“, so Göbel. Dies führt zu hohen Einbußen. „Uns fehlen rund 5.000 Euro im Jahr.“ Es ist ja nicht nur die Schießanlage, welche nicht nutzbar ist. Auch der Grillplatz ist gesperrt, so dass vereinsinterne Veranstaltungen nicht stattfinden können. Er habe den Bürgermeister mal angesprochen wie es mit einer Spende aussehe, damit der Verein nicht in eine wirtschaftliche Notlage gerate. Darauf gab es keine Reaktion.

Zudem habe der Verein 45 aktive Mitglieder und nicht wie in der Pressemitteilung geschrieben nur 25. Aber es seien schon 18 Mitglieder weggegangen, weil sie kein Gewehr mehr in Limburg schießen können. Eine Kooperation mit anderen Vereinen sieht er nicht als dauerhafte Lösung. Die Mitglieder würden doch nicht in einem Verein bleiben, in dem sie ihre Disziplin nicht schießen könnten. Ohne 50-Meter-Bahn könne der Verein auch sein Königsschießen nicht mehr durchführen. Dies führe alles dazu, dass auch die Unruhe im Verein selbst zunimmt.

Keine Eigenmittel aufbringen

Die Lösungen eines Neubaus sind für Andreas Göbel völlig inakzeptabel. „Wir können als Verein doch gar nicht die benötigten Eigenmittel aufbringen.“ Je nach Fläche wäre das neue Schützenhaus erst 2022 in Staffel oder 2024 in der Eppenau fertig. „Einen solchen Neubau hält der Verein nicht durch“, so Göbel. Er ärgert sich nur, denn ein Jahr lang ist einfach nichts passiert, auch wenn er immer wieder nachgefragt hat. „Die Stadt lässt uns im Regen stehen.“ Wenn es nach ihm und den Verein gehe, dann würde er sich wünschen, dass die Arbeiten vor Ort so gestaltet werden, dass dem Verein am Ende neben der 10-Meter und 25-Meter-Bahn auch die 50-Meter-Bahn zur Verfügung stünden.

Über das Jahr hat sich der Unmut angestaut und Göbel fühlt sich nur noch von der Stadt im Stich gelassen, so dass er jetzt die Reißleine zog und mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Vorsitzender zurückgetreten ist.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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