Vorstellung Klima-Aktionsplan – Limburg möchte es anpacken

Den Grünen geht es alles etwas schnell und sie wünschen sich einen zweiten Beratungsgang, die FDP stimmt dem Klima-Aktionsplan zu, möchten aber erst genaue Zahlen wissen, bevor es in die Umsetzung geht. CDU und SPD stimmten mit ihren Stimmen zu, so dass der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verkehr der Stadtverordnetenversammlung die Umsetzung des Klima-Aktionsplan empfiehlt.

Seit 2015 gehört Limburg zu den hessischen Klimakommunen. Die Stadt und die Kommunalpolitiker haben sich mit Beschreiten dieses Weges dafür entschieden, bis 2050 die Klimaneutralität anzustreben. Alle fünf Jahre muss dafür ein neues Konzept erstellt werden. Einblicke dazu gab Mira Stockmann, die Energie-, Klima- und Umweltschutzbeauftragte der Stadt. Aus dem Gremium kam die Kritik, dass bereits vor sieben Jahren ein Konzept erstellt wurde und seitdem wenig passierte. Der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) widersprach diesem Vorwurf. 2014 haben die Gremien das Konzept diskutiert und eine Stelle geschaffen. Dieses erstellte Konzept habe die Stadt abgearbeitet. Seit 2019 sei die Stelle nicht mehr besetzt und die Stelle für die Umweltbeauftragte sei seit vier Jahren nicht mehr besetzt. Mira Stockmann ist seit einem Jahr in der Verwaltung tätig und habe seit der Zeit schon einiges angestoßen.

Was liefen bisher für Klima-Aktivitäten in der Stadt Limburg? Dies erfahrt ihr hier.

Frage nach Kosten der Maßnahmen

Barbara Sylla-Belok (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte das Konzept und den Rahmen. Doch aus der Vorstellung gehe nicht hervor, was wann wie passieren soll. Gerade de Diskussion um den Solarpark in den Lindenholzhausen zeige doch klar, dass dem Thema des Photovoltaik-Ausbaus auf kommunalen Liegenschaften mehr Priorität zugestanden werden sollte als eine mittelfristige Planung. Daher möchten die Grünen gerne einen zweiten Beratungsgang.

Stanke ist gerne bereit, Änderungen an der Priorisierung vorzunehmen, doch dann sollten den Gremien bewusst sein, dass sie eine andere Sache zurückstufen müssen. Denn nicht alles sei mit hoher Priorisierung zu behandeln. Zudem würde die Stadt bei allen Projekten prüfen, ob eine PV-Anlage realisiert werden kann. Dies sei bereits auf einigen Bürgerhäusern sowie dem Schwimmbad in Offheim geschehen. Bei Neubauten wird dies automatisch mitgedacht. Bei Bestandsgebäuden muss immer abgewogen werden. Wenn sich bei der Prüfung ergibt, dass das Dach nicht mehr gut ist, dann lohne sich keine PV-Anlage, wenn man dann irgendwann wieder ans Dach ranmuss. Zudem plant der Eigenbetrieb „Stadtlinienverkehr“ ein Dach auf dem Parkhaus im ICE-Gebiet mit PV-Anlage. Und auch bei der Kernsanierung des ZOB soll am Ende eine PV-Anlage auf dem Dach installiert werden. „Wir denken mit“, so Stanke.

Frank F. König (FDP) begrüßt den Plan ebenfalls, aber ihm fehlen die Kosten für die verschiedenen Maßnahmen. Diese müssten bekannt sein, bevor über die Umsetzung beraten werden kann. Positive Worte kamen aus den Reihen der CDU und der SPD. Aber auch hier mahnende Worte. „Wir müssen an vielen Punkten besser werden, sonst bekommen wir es nicht in den Griff“, so Manuel Barfuss (CDU). Er regte an, Dinge mit überschaubaren Aufwand anzugehen wie Grüngürtel oder Straßengrün. Mit der Mehrheit der Stimmen von CDU und SPD wurde das Klimakonzept angenommen.

Inhalte des Klima-Aktionsplanes

Auf 50 Seiten sind 25 Maßnahmen zusammengefasst, die Klima und Natur schützen sollen. Fünf Handlungsfelder wurden dafür definiert. Diese sind notwendig, weil die Herausforderungen des Klimawandels auch vor unserer Haustüre stattfinden, so Stanke im Vorwort zum Konzept. Die Maßnahmen würden nicht nur für Klima- und Umweltschutz gut sein, sondern auch die Lebensqualität der Bürgerschaft verbessern.

Das wichtigste Handlungsfeld für die Verantwortlichen ist das Thema Klimaanpassungen. In diesem Bereich sei bisher noch nichts passiert. Ein Klimaanpassungskonzept soll die Resilienz der Stadt gegenüber den Folgen des Klimawandels stärken. Dazu gehört die Analyse von Gefahrenpotentialen wie Starkregen oder Hitzebelastung und ein Handeln in diesem Bereichen.
Handlungsfeld zwei ist der Erhalt und die Steigerung der Biodiversität, um dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. Das dritte Handlungsfeld sind Klima- und Umweltschutz in der Verwaltung. Handlungsfeld vier sind Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Abschließend Handlungsfeld fünf zur Förderung nachhaltiger Mobilität.

Die 25 Maßnahmen sind in drei Bereiche – kurzfristige, mittelfristige (in den nächsten fünf Jahren) sowie langfristige (mehr als fünf Jahre) – untergliedert.

Kurzfristige Maßnahmen

  • Schaffung einer Stabstelle für Klima und Umwelt
  • Behördeninterne Workshops und Gründung einer AG Klimaschutz
  • Förderung von Begrünung
  • Erfassung von Hitzeinseln
  • Stadtradeln und weitere Aktivitäten zur nachhaltigen Mobilität
  • Energetische Sanierung des Parkbades
  • Kampagne Müllvermeidung
  • Hinweistafeln Klima, Natur und Umweltschutz
  • Aktualisierung Internetauftritt
  • Aufforstung Stadtwald
  • Anschaffung Dienst-E-Bikes
  • Evaluierung und Fortführung Förderprogramm „Limburg elektrisiert“

Mittelfristige Maßnahmen

  • Entwicklung Klimaanpassungskonzept
  • Prüfung Renaturierung und weiterer biodiversitätsfördernder Maßnahmen
  • Weiterentwicklung von Starkregen und Hochwasserschutzkonzepten
  • Entwicklung Hitzeaktionsplan
  • Implementierung Klima- und Umweltschutz in der Stadtplanung
  • Weitere energetische Sanierung des Parkbades
  • Kampagne Müllvermeidung
  • Prüfung Ausbau PV-Anlagen auf kommunalen Liegenschaften
  • Prüfung umweltfreundlicher Beschaffungen in der Verwaltung
  • Schulungen für Hausmeister
  • Nachhaltigkeitsreihe Limburg
  • Energiemonitoring der städtischen Liegenschaften
  • Entwicklung von Kriterien für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz für alle größeren Neubau- und Sanierungsprojekte

Langfristige Maßnahmen

  • Energiemonitoring der städtischen Liegenschaften – Maßnahmenumsetzung
  • Weiterführende Öffentlichkeitsarbeit

 

 

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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