Wandeln im Mariengarten auf dem Domberg

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Der Mariengarten auf dem Domberg neben dem Diözesanmuseum ist umstritten, aufgrund seiner Geschichte. Bei einer Führung können Besucher im Oktober interessante Details zu diesem Areal erfahren.

Der Mariengarten auf dem Domberg hat schon einige Umgestaltungen erfahren. Die letzte Umgestaltung, welche bis heute auch recht umstritten ist, war die durch Bischof Tebartz van Elst. Vor rund zehn Jahren ließ er den Garten zwischen Nonnenmauer, Domstraße und Diözesanmuseum für 790.000 Euro nach seinen Vorstellungen gestalten. Er plante diesen als Garten für sich selbst und seine Gäste. Inzwischen ist er für alle zugänglich, worüber sich Oliver Teufer, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bischöflichen Ordinariat, sehr freut. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten bezieht das Diözesanmuseum den Garten in seine Konzeption mit ein, um die Besucher anzusprechen. In einer Führung erfuhren die Besucher einige interessante Fakten zur Geschichte sowie Gestaltung.

Mariengarten Domberg Limburg

Schwieriges Erbe

2014 wurde Bischof Tebartz van Elst abberufen und das Domkapitel verfügte, dass der vom Kölner Landschaftsarchitekten „Club L94“ geschaffene Garten für alle zugänglich sein soll. „Wir haben ein schönes Erbe angetreten“, so Oliver Teufer, „aber auch erklärungs- und pflegeintensiv.“ Viele Menschen, welche mit dem klaren Linien und der nüchternen Gestaltung konfrontiert wurden, schüttelten ihren Kopf und äußerten ihr Unverständnis zu den entstandenen Kosten. Doch Teufer wies darauf hin, dass die Kosten durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie die Steinblöcke aus Jurakalk, aber auch die schwere Zugänglichkeit und dadurch mehr Manpower zustande kamen. „Sicherlich war die Gestaltung teilweise teuer und unnötig“, so Teufer weiter, „aber nicht ohne Konzept und Verstand. Es handelt sich um eine technisch hochwertige Arbeit, welche langfristig nutzbar ist.“ Er würde sich wünschen, wenn mit der Zeit eine sachliche Auseinandersetzung stattfinden würde.

Mariengarten Domberg Limburg

Lange Geschichte

Der Mariengarten ist der letzte große Garten, welcher auf dem Domberg übrig geblieben ist. Mit 20 mal 35 Metern zeugt er noch von einer Zeit, als die Adligen im Mittelalter ihre Häuser auf den Domberg bauten und Rückzug in ihren Gärten suchten. Im 15. Jahrhundert verschwanden die Gärten und die Bebauung nahm zu. Nur der Mariengarten blieb. Und mit ihm auch das Teehaus am Rande des Gartens, welches bis heute steht.

Bis 2008 bestand der Garten aus einer wild bewachsenen Fläche, Steinen und Skulpturen. Damals beschloss man, diese Fläche aufzuwerten und schrieb einen Ideenwettbewerb aus. 2009 wurde ein Konzept umgesetzt und es entstand ein Labyrinth nach Vorbildern aus der Renaissance. Das Labyrinth stand dafür, dass das irdische Leben manchmal verschlungene Pfade geht, doch mit dem Glauben an Gotten findet man am Ende immer den richtigen Weg. Doch bereits nach einem Jahr fand eine erneute Umgestaltung statt, diesmal durch Bischof Tebartz van Elst. Seit 2015 nutzt das Diözesanmuseum den Garten mit.

Klare Linien erinnern an Kreuzgang

Die vier mit Jurakalksteinen eingefassten Flächen in der Mitte des Gartens symbolisieren einen Kreuzgang oder auch die vier Evangelisten. Wenn die Besucher vom Hof des Diözesanmuseums kommen, führt eine Treppe in den Garten hinunter. Am Ende des Kreuzgangs steht eine Marienstatue von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerhart. Diese Elemente stehen für die Ruhe und dienen der Einkehr. Weiterhin symbolisiert die Marienstatue auch die Marienverehrung im Bistum Limburg. Im Gegensatz zu diesen klaren Strukturen stehen die alten Natursteinmauern um den Garten sowie die Bepflanzung am Rande des Gartens. Dort finden sich zahlreiche Kastanien sowie Obstbäume und Teufer freute sich, dass es in diesem Jahr die erste eigene Kirschernte gab. Klare geometrische Strukturen treffen auf wildere Elemente. Der Garten besteht aus einer strikten Trennung von Innen und Außen. Er symbolisiert, dass sich die Besucher von der Außenwelt distanzieren und zur Ruhe kommen sollen.

Mariengarten Domberg Limburg

An der Natursteinmauer befinden sich 15 Platten, welche den Kreuzgang symbolisieren. Zudem befinden sich an beiden Seiten des Gartens Brunnen mit Wasser. Beim Teehaus der Brunnen besticht durch seine klaren Linien und der Inschrift „hervorsprudelndes Wasser ist ein stets rauschender Bach der Wahrheit.“ Der andere Brunnen besteht aus einem Löwenkopf und fügt sich fast versteckt in die Bepflanzung ein. Das Quellgeräusch des Wassers soll die Besucher bei ihrem Rundgang begleiten und steht als Element für das Leben.

Mariengarten Domberg Limburg

Weitere Führungen

Die Führungen im Sommer kamen so gut an, dass es weitere halbstündige Führungen im Mariengarten geben wird. Termine sind samstags, 10. Oktober, 17. Oktober sowie 24. Oktober ab 14.30 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Hof vom Diözesanmuseum. Die Führungen sind kostenlos.

 

Mariengarten Pinterest


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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