Wenn die Bahn unpünktlich ist

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Heute ist der dritte globale Klimastreik, bei dem die Menschen für einen Klimawandel auf die Straßen gehen. Eine Forderung dabei ist auch immer, das Auto stehen zu lassen und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen. Dies würden viele Menschen gerne tun, wenn dieser nicht so unzuverlässig wäre.

Ein Leser schrieb mich an, dass es auf der Strecke Limburg – Westerwald, die Linie RB 90 oder auch Drei-Länderbahn, welche von der HLB betrieben wird, häufig zu Vorkommnissen käme, die das Bahnfahren verleiten. Auf der Strecke gebe es in letzter Zeit häufiger Verspätungen oder sogar Zugausfälle, ohne das die Bahnfahrer informiert werden. Zudem seien die Züge häufig viel zu klein und viele müssen stehen. Im Sommer sei zudem häufiger die Klimaanlage ausgefallen. „So kann man doch niemanden animieren, das Auto stehen zu lassen“, so der Leser.

Ich habe bei der HLB (Hessischen Landesbahn) nachgefragt, warum es zu Zugausfällen und Verspätungen kommt, warum die Fahrgäste nicht informiert werden und wonach entschieden wird, welche Zuggröße eingesetzt wird.

Vielfältige Gründe für Zugausfälle

Die Pressestelle teilte auf die Anfrage mit, dass die Gründe für die Ausfälle von Zügen sehr vielfältig sind. Derzeit gingen die meisten Ausfälle auf Personalmangel zurück und sind nicht nur ein Problem bei der HLB, sondern bei allen Netzen. „Uns fehlen schlicht die Lokführer“, so die Pressestelle, „Wir haben genügend Personal, um den Betrieb knapp aufrecht zu erhalten. Kommen dann aber zur angespannten Personalsituation noch Krankmeldungen dazu, kommt es leider zu Zugausfällen.“ Daher sucht die HLB händeringend nach Lokführern und bilden selbst innerhalb von zehn Monaten zum Triebfahrzeugführer aus. Weitere Gründe können defekte Fahrzeuge sein sowie technische oder wetterbedingte Störungen der Infrastruktur wie Weichen oder Signale. Auch Probleme von anderen Verkehrsunternehmen beeinflussen das gesamte Bahnsystem wie defekte Fahrzeuge auf der Strecke, die die Weiterfahrt behindern oder fehlende Mitarbeiter in den Leitstellen. Dazu kommen längere Verspätungen wegen Personen im Gleis (Unfälle, Suizide) oder auch menschliche Faktoren, wie ein Lokführer, der sich zu spät zum Dienst meldet, weil er seinen Anschlusszug verpasst hat.

Eine Information der Fahrgäste würde stattfinden über die Anzeigentafel an den Bahnsteigen. Im Zug sei es die Aufgabe des Personals, die Fahrgäste zu informieren. Ist bei Störungen der Triebfahrzeugführer jedoch mit Beseitigung derselbigen beschäftigt, kann es vorkommen, dass die Fahrgäste gar nicht oder soät informiert werden. Dies ist vor allem der Fall, wenn kein Zugbegleiter an Bord ist, der sich darum kümmern kann. „Wir bemühen uns die Fahrgäste immer entsprechend zu informieren“, so die Pressestelle.

Zuggröße nach Zählungen

Der Aufgabenträger führt regelmäßige Zählungen durch und gibt dann die Anzahl der eingesetzten Wagen in seiner Ausschreibungen vor. Kommt es zu einer Änderung der Fahrgastzahlen, muss der Auftraggeber reagieren und die HLB nimmt eine Anpassung vor. Von alleine nimmt die HLB keine Änderungen vor.
Die Klimaanlagen haben bei den heißen Temperaturen im Sommer gestreikt und die Pressestelle gesteht ein, dass dies eine erhebliche Belastung darstellte. In solchen Fälle hätten sie versucht, es den Fahrgästen so angenehm wie möglich zu machen und hätten kaltes Wasser in den Zügen verteilt.

Zum Ende weist die Pressestelle nochmals darauf hin, dass die Bahn insgesamt ein komplexes System ist, welches in seiner Funktion von vielen Faktoren abhängig sei. Außerdem seien auch mit dem Auto Verspätungen nicht zu vermeiden, wenn es zu Unfällen oder Staus kommt. Der Unterschied sei nur der, dass man  mit dem Auto mehr Ausweichmöglichkeiten habe und im Zug festsitzen würde.

Teilt mir gerne auch eure Erfahrungen mit dem Zug mit. Was sind eure Gründe, mit dem Zug zu fahren oder eben nicht? Eure Meinung interessiert mich.

Lest dazu auch den Artikel über die Reaktivierung der Aartal-Bahn, wodurch klimaschonende Mobilität unterstützt werden soll.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

3 Gedanken zu „Wenn die Bahn unpünktlich ist

  • 20. September 2019 um 7:51
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    Also bei der Hlb ist es ganz schlimm mit den Ausfällen man wird teilweise gar nicht informiert ob der Zug fährt oder nicht fahre jeden Tag zur Arbeit nach limburg aber was zur Zeit los ist ist schon häftig frage mich für was ich eine woche karte mir kaufe

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    • 20. September 2019 um 11:15
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      Das glaube ich sehr gerne. Bekomme es auch hier in der Familie mit. Meine Tochter saß in der Bahn und stand zwischen Staffel und Limburg über eine Stunde ohne Info, was passiert ist und wie lange es noch dauert. Das mal was passieren kann, nimmt wohl keiner Übel. Aber es muss informiert werden. Mehr Kundenfreundlichkeit ist da gefragt.

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  • 20. September 2019 um 8:49
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    Ich fahre eigentlich sehr gerne mit der Bahn. Wenn mit der Verbindung alles funktioniert, ist es die bequemste Art in die großen Städte zu kommen. Keine Suche nach einem Parkplatz etc. Leider habe ich aber auch schon einiges erlebt. Kleine Verspätungen kommen vor, aber zu wenig Wagen in Stoßzeiten oder ausgefallene Klimaanlagen sind ganz schön nervig.
    Die Probleme beim Nachwuchs für Lokführer sind wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Arbeitszeiten schlecht und die Bezahlung unterdurchschnittlich ist. Da suchen sich Facharbeiter lieber einen anderen Arbeitsplatz. Inzwischen werden Mitarbeiter mit guter Ausbildung überall gesucht, da muss man sich die Bahn als Arbeitgeber nicht antun.

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