Wie Phönix aus der Asche – Frauenfastnacht Elz

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Im letzten Jahr fiel die Frauenfastnacht aus und es stand die Frage im Raum, wie es weitergehen soll. Nun stiegen die Frauen wie Phönix aus der Asche, brachten den Saal zum brodeln und verschwinden jetzt hoffentlich nie mehr von der Bildfläche.

Problematische Männerbeziehungen, Hürden des Lebens und die Integration in Elz waren Thema der Frauenfastnacht. Boten sie in den letzten Jahren immer zwei Sitzungen an, beschränkten sie sich in diesem Jahr auf eine Sitzung und die schlug ein wie eine Granate. Neu im Elzer Kulturkreis haben sie Ideen gewälzt, sich neu formiert und einfach nur gute Laune verbreitet.

„Hello again“

Direkt zu Beginn machten sie klar, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Denn auch für die Frauen war das Jahr unwahrscheinlich lang und man merkte ihnen an, dass sie froh sind, wieder auf der Bühne zu stehen. Mit Gesang und passenden Texten ließen sie keine Langeweile aufkommen und nahmen die närrischen Besucher vom ersten Moment an auf eine rauschende Sitzung mit. Bettina und Anja Wilhelm führten gekonnt durchs Programm. Immer wieder animierten sie die Besucherinnen zum Mitsingen und Mittanzen. Carmen Sehr begrüßte am Anfang alle und bedankte sich bei den zahlreichen Helfern, bevor die Frauen anstimmten „Ich glaub es geht schon wieder los.“

In Elz anzukommen, ist gar nicht so einfach, denn das Elzer Platt versteht nicht jeder. Dank der Integrationsbeauftragten Frau Schwätzer (Carmen Sehr) war dies aber kein Problem. Gerne hieß sie Hamburgerinnen, Thalheimer und Mannebacher willkommen. Ein wenig schwer tat man sich mit den Offheimern, wobei die ja eine gute Entscheidung getroffen haben und nach Elz gezogen sind. Mit dabei beim Zunge verknoten waren Judith Müller-Grunwald, Kerstin Jorda, Ilka Arnold, Patricia Beck, Silvia Trür, Nicole Theofel und Anja Wilhelm.

Urgestein auf der Bühne

Die Gründerin der Elzer Frauenfastnacht – Waltraud Jung – hat sich schon lange von der Bühne verabschiedet. Sie sei zu alt und machte lieber den jüngeren Platz. Den Frauen ist es jedoch gelungen, die „Königin der Fastnacht“  nochmal auf die Bühne zu holen und mit ihr gemeinsam ein Liedchen zu singen. Es gab ein Loblied auf „Dij Elzer Marèrschjer“, welches Jung zusammen mit Willi Schoth dichtete. „Wij sei däi Marèrschjer bei uss än Elz so schie! Däi doun gern lache, sänge, doun gän danze gieh. doach wänn`s droff u kimmt, sai sè läib un gout; dänn däi hun Elzer Musikanteblout!“

Eine Bereicherung für Elz ist der neue Pfarrer Steffen Henrich. Zusammen mit Bürgermeister Horst Kaiser gaben sie zwei alte Damen, die einen amüsanten Blick auf Elz warfen und ein lustiges Liedchen trällerten. Ob die Sketchen zur Erheiterung beitrugen oder der vergebliche Versuch des Pfarrers, einzelne Haarsträhnen der Perücke dem Mund fern zu halten, kann nicht mehr rekonstruiert werden. Der Stimmung tat es keinen Abbruch, eher wurde diese noch befeuert.

Heike Braun als Teufel und Carmen Sehr als Engel haben so ihre ganz eigenen Ansichten. Während der Engel den Bürgermeister lobt, der seine Bürger im Blick hat, fand der Teufel es schon sehr dreist, dass sich die Elzer einen Kaiser leisten.

Frauenprobleme und Blondinen

Als Frau plagt man sich mit dem Mann, der einfach die Arbeit im Haushalt nicht sieht. Und sich vor den Spiegel zu stellen und sich zu sagen „Du bist wunderschön“, klappt auch nur bedingt, vor allem, wenn sich am Morgen die Falten des Kissenabdruckes zu den natürlichen Falten dazugesellen. Dies nahmen herrlich amüsant Silvia Trür und Sandra Krüger als „Die Löckscher“ auf die Schippe. Als Blondine hat man es nicht leicht, vor allem, weil man von jedem unterschätzt wird. Da blieb kein Auge trocken, denn die drei Blondinen (Nicole Theofel, Petra Repp und Judith Grundwald) waren sich einig: „Blondinen sind etwas ganz besonderes“.

Tipps, den eigenen Mann loszuwerden, gab es beim Kaffeekränzchen Tarantula, die mit Gift oder übermäßiger Bewegung schon für das richtige Alibi sorgen. Heike Braun, Kerstin Razborsek, Anja und Bettina Wilhelm, Ilka Arnold und Carmen Eufinger besangen frei heraus: „da werden Witwenträume wahr.“ Und für das leibliche Wohl sorgten Konny Neu-Müller sowie Uli Wingenbach als Pizzabäcker.

Für das Auge boten die Tänzerinnen vom Royal Ballett etwas mit ihren Tänzen. Die Diamond Dancers nahmen mit in die Welt von fabelhaften Zauberwesen und die Illusion Dancers nahmen die Zuschauer mit in die Welt der Bücher. Solomariechen Delia Disbudak ließ mit ihrem Gardetanz die Beine fliegen. Das Tango auch ohne Männer möglich ist, präsentierten die Montanas, die sich kurzerhand einen Mann bastelten und ihn nach ihren Vorstellungen über die Bühne fegten. Nach ihrer einjährigen Pause sind die Damen wie Phönix aus der Asche gestiegen und die brodelnde Stimmung im Saal untermalte die erfolgreiche Wiederauferstehung.

Nachfolgend habe ich einige Impressionen von dem Abend für euch. Wenn euch diese gefallen, würde ich mich freuen, wenn ihr mir symbolisch einen Kaffee spendiert.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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