Wie weiter mit dem Schützenverein Limburg?

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Die Anlage des Schützenvereins Limburg im Eduard-Horn-Park ist nach zwei Felsstürzen nicht mehr komplett nutzbar. Nun hat es ein Gespräch zwischen Vertretern der Stadt und des Vereins gegeben, wie die Zukunft aussehen könnte. Dabei wurden von der Stadt vier Varianten aufgeführt, dabei gibt es eine favorisierte Version.

Seit letztem Jahr ist das Außengelände des Limburger Schützenvereins nicht mehr nutzbar. Felsbrocken waren auf die Anlage gestürzt. Erste Sicherungsmaßnahmen wurden zügig vorgenommen.Doch es zeigte sich, dass der Fels aufwendigere Sicherungsarbeiten notwendig macht, als zunächst angenommen. Im letzten Jahr wie auch in diesem Jahr musste das beliebte Ostereierschießen abgesagt werden. Nun steht der Umfang der Sicherungsarbeiten fest. Bürgermeister Dr. Marius Hahn, der 1. Stadtrat Michael Stanke und Mitarbeiter der Verwaltung haben das Gespräch mit dem Vorstand des Schützenvereins aufgenommen, um verschiedene Zukunftsvarianten vorzustellen und zu erörtern.

Vier verschiedene Varianten

Vier verschiedene Varianten liegen nun auf dem Tisch. Bei zwei Varianten kann der Verein sein bisheriges Domizil weiter nutzen. Zwei weitere Varianten sehen einen Neubau vor, wobei dabei zwei unterschiedliche Grundstücke für die Stadt in Betracht kommen: eine Fläche in der Eppenau und eine Fläche in Staffel. „Die vom Magistrat favorisierte Variante sieht vor, dass der Verein an seinem Standort im Eduard-Horn-Park bleibt und die 10 Meter und 25 Meter Bahnen weiter nutzen kann, die 50 Meter Bahn jedoch nicht mehr“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn deutlich. Die 50 Meter Bahn, die von den Vorderladerschützen genutzt wird, könnte nach dieser Variante nicht mehr genutzt werden. Um das Vorderladerschießen den Mitgliedern weiter zu ermöglichen, sollte der Limburger Verein eine Kooperation mit einem anderen Limburger Schützenverein anstreben, so die Möglichkeit, die der Stadt vorschwebt.

Investitionen von 150.000 Euro notwendig

Um die 10 Meter und 25 Meter Bahnen weiter nutzen zu können, sind für die Stadt noch weitere Investitionen notwendig. Rund 100.000 Euro sind für die notwendige Sicherung des Felshangs notwendig. Hinzu kommen weitere 50.000 Euro, damit die Anlage umgestaltet werden kann und einen zweiten Fluchtweg erhält. Bisher hat die Stadt schon knapp 90.000 Euro investiert. „Bis auf die 50 Meter Bahn würde die Anlage dem Verein wieder zur Verfügung stehen“, so Hahn. Der Schützenverein verfügt nach eigenen Angaben über 25 aktive Mitglieder.

Eine Felssicherung, die weiterhin die Nutzung der 50 Meter Bahn ermöglicht, ist erheblich aufwendiger und damit auch deutlich teurer. Eine komplette Felssicherung wird Kosten in Höhe von 613.000 Euro verursachen. Diese Sicherung hätte eine voraussichtliche Lebenszeit von 40 bis 50 Jahren und würde somit gerade so das Ende der Erbpachtzeit (im Jahre 2070) erreichen. Die Felssicherung ist alle zwei Jahre einer aufwendigen Prüfung zu unterziehen, die aktuell Kosten von 1000 Euro pro Prüfung mit sich bringt.

Möglicher Neubau günstiger als Felssicherung

Das Gelände hat die Stadt dem Verein für eine jährliche Erbpacht in Höhe von noch nicht einmal 30 Euro pro Jahr überlassen. Der Wert des bestehenden Gebäudes des Schützenvereins ist mit rund 54.000 Euro berechnet. Nach Einschätzung der Stadt ist es wenig sinnvoll, allein über 600.000 Euro nur in die Sicherung eines Felshangs zu investieren und damit noch nicht einmal die eigentliche Anlage aufzuwerten.

Selbst ein möglicher Neubau kommt, ohne Grunderwerb, nach der von der Verwaltung vorgenommenen Kalkulation deutlich günstiger. Mit rund 500.000 Euro schlagen die beiden Varianten zu Buche, die eine komplett neue und auf Zukunft ausgerichtete Anlage zum Ziel haben. Ein mögliches Grundstück liegt in der Eppenau und ist vom Verein selbst ins Gespräch gebracht worden, da der Eigentümer bereit sei, das Grundstück zu verkaufen. Allerdings wären für diese Variante erst einmal die baurechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, was als schwierig und langwierig eingestuft wird.

Planungsrechtliche Vorrausetzungen

Deutlich einfacher ließe sich ein Neubau auf einer Fläche in Staffel realisieren, da dort bereits die planungsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen und eine Umsetzung eines Neubaus relativ zügig möglich wäre. Ein Bezug des dort errichteten Neubaus wäre 2022 durchaus möglich, in der Eppenau nicht vor 2024. Bei beiden Neubauvarianten wäre laut städtischer Förderrichtlinie ein Eigenanteil des Vereins notwendig, der sich nach Schätzungen der Verwaltung auf rund 270.000 Euro belaufen würde. Die Stadt würde die Neubauten entsprechend ihrer Vereinsförderung mit 22.5 Prozent fördern, das wären 112.500 Euro. Nach der Kalkulation der Verwaltung könnte der Verein mit weiteren Zuschüssen rechnen (Land, Kreis, Sportbund), so dass insgesamt eine Förderung in Höhe von 235.000 Euro möglich erscheint.

„Das Ziel des Magistrats ist es selbstverständlich, dass die Limburger Schützen als eigenständiger Verein weiterhin unser vielfältiges und attraktives Vereinsgeschehen bereichern, zumal die Schützen mit ihrem Ostereierschießen Maßstäbe in der kontinuierlichen Unterstützung der Lebenshilfe gesetzt haben. Aber wir müssen bei den sehr stark auseinandergehenden Kosten der unterschiedlichen Varianten auch die Wirtschaftlichkeit von Ausgaben in den Blick nehmen“, sagt Bürgermeister Hahn. Er ist davon überzeugt, dass der Verein und die Mitglieder an einer machbaren Lösung mitwirken und durchaus auch eine Chance darin sehen, wenn ein bestimmtes Schießangebot mit einer Kooperation aufrechterhalten werden kann.

Quelle Pressemitteilung Limburg

Der Vorsitzende Andreas Göbel hat inzwischen reagiert und fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen.

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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