Wie weiter mit der Elzer Kirmes?

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Aktualisierung 28. August

Heute in der NNP ist zu lesen, wie die Elzer Kirmes in diesem Jahr gefeiert werden soll. Laut Zeitung unterstützt die Gemeinde Elz die Kirmesburschen mit 9.000 Euro – alleine 5.000 Euro soll ein Feuerwerk am Dienstagabend kosten. Mehr in der Nassauischen Neuen Presse

„Und wenn die Stern´ vom Himmel falle…“ lautete eine Antrag der gestrigen Gemeindevertretersitzung und lockte viele Zuhörer ins Elzer Bürgerhaus. Wie die Kirmes dieses Jahr gefeiert wird, ist noch immer offen. Dass die Gemeindevertreter die Kirmesburschen bei der Ausrichtung unterstützen, ist einstimmig beschlossen worden. 

Viele Zuhörer zog es gestern ins Elzer Bürgerhaus. Darunter befanden sich auch ehemalige Kirmesburschen wie auch Burschen der nächsten drei Jahrgänge. Die Kirmes am dritten Wochenende im September ist aus Elz nicht wegzudenken. Es ist die größte Kirmes im Landkreis, die mit vielen Traditionen und Brauchtum etwas Besonderes ist. Doch in diesem Jahr durch Corona kommt alles anders. Die Gemeinde tut sich schwer damit, die Kirmes abzusagen, wie es bereits in anderen Kommunen geschehen ist. Nach der Hessischen Verordnung sind Volksfeste wie Kirmes bis zum 31. Oktober verboten. Demnach ist klar, dass es keine Schausteller geben wird, keinen Tanz im Bürgerhaus und in den Kneipen, kein Frühschoppen und kein Baumstellen.

Doch Kirmes ist viel mehr. Kirmes ist das Kirchweihfest mit Festgottesdienst. Kirmes ist aber auch die Brauchtumspflege. Oder die soziale Verantwortung mit den Besuchen in den Altenheimen und den Kindergärten. Kirmes ist soviel mehr als das Feiern und Trinken auf der Gasse. Und dennoch drängt es die Bürger zu erfahren, was genau geplant ist in diesem Jahr. Und daher gab es nach der Gemeindevertretersitzung schon ein wenig Enttäuschung, weil genau diese Frage unbeantwortet blieb.

Lob für die Kirmesburschen

Dass sich viele Beteiligte Gedanken machen, war bereits in der Begrüßung vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung Matthias Schmidt zu spüren. „Es gibt Feste, die dürfen nicht ausfallen“, so Schmidt. Ihn habe es irritiert, dass in manchen Kommunen direkt alle Bemühungen eingestellt worden sind, irgendwelche Ideen für diese besondere Zeit zu entwickeln. Daher findet er es gut, dass sich in Elz nicht die Frage gestellt wird, ob gefeiert wird, sondern wie. Er plädierte dafür, alles zu machen, was erlaubt ist und sinnvoll ist. „Gemeinsam können wir etwas auf die Beine stellen.“ Er zeigte sich beeindruckt von den diesjährigen Kirmesburschen, die mit eigenen Ideen auf die Gemeinde zukamen. „Ich zolle euch meinen Respekt, dass ihr nicht nur trinken wollt, sondern Verantwortung übernehmt“, so Schmidt.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzende Bastian Hoffmann sprach bei der Antragsbegründung seinen Respekt aus. Allen sei bewusst, dass diese Kirmes nicht so sein wird wie in all den Jahren zuvor. „Es ist richtig, dass die Gesundheit aller an erster Stelle steht“, so Hoffmann, „aber die Elzer Kirmes ist mehr als nur irgendein Volksfest, sie ist Tradition.“ Daher sei er froh, dankbar und stolz auf die aktuellen Kirmesburschen, die viele kreative Ideen haben und der besonderen Herausforderung begegnen. Mit dem Antrag möchte die CDU ihre Unterstützung signalisieren, damit alle zusammen am Ende eine Kirmes feiern können, die anders ist und dadurch auch besonders.

Auch die SPD unterstützt diesen Antrag und sichert den Kirmesburschen ihre volle Unterstützung zu. Doch Frank Zei warnte auch davor, ein Signal nach außen zu senden, dass eine Kirmes stattfindet. „Wir müssen ganz deutlich sagen, dass die Elzer Kirmes in ihrer weltlichen Form nicht gefeiert werden kann.“ Der Antrag zur Unterstützung der Kirmesburschen wurde einstimmig angenommen.

Auf Nachfrage bei den Kirmesburschen 2020 nach der Sitzung, welche Ideen sie haben, gab es keine konkrete Antwort. Sie wollen sich im Laufe der Woche dazu äußern.

Aktualisierung 20. Juli – Am gestrigen Abend haben die Kirmesburschen via Soziale Medien bekannt gegeben, wie sie sich in diesem Jahr eine Kirmes vorstellen


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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