Wir packen #volldasguteleben – 1. Ohfamoos (Un)konferenz

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„Only bad news are good news“ heißt es oft und wird durch Klickzahlen bestätigt. Doch nicht bei Ohfamoos. Dieser Blog setzt dem etwas entgegen und macht mit Good News auf sich aufmerksam. Unter dem Hashtag #volldasguteleben widmen sie sich den positiven Dingen des Lebens. Die Macherinnen Sonja Ohly und Elke Tonscheidt haben nun zu einer eintägigen (Un)Konferenz eingeladen mit einem regen, inspirierenden Austausch.

Am Samstag trafen sich 30 Personen aus den verschiedenen Bereichen zur 1. Ohfamoosen (Un)Konferenz im Kloster Eberbach. Unter dem Motto „Wir packen #volldasguteleben an“ diskutierten und tauschten wir uns intensiv aus. Die Themen ließen sich einteilen in die Kategorien Demokratie, Arbeitsalltag und Achtsamkeit. In verschiedenen Gruppen kamen wir ins Gespräch. Vieles arbeitet noch in mir und muss sich erstmal setzen, aber eines habe ich mir bereits mitgenommen: Nicht nur reden, sondern machen!

Kloster Eberbach-Der passende Ort zur Diskussion und Reflexion
Der passende Ort zur Diskussion und Reflexion

Ich war Teil dieser (Un)Konferenz, weil ich bereits in der Vergangenheit als Gastautorin für den Blog Ohfamoos geschrieben habe. Für mich war es eine Bereicherung, Menschen, die ich bisher nur online kannte, auch real kennen zu lernen. Aber auch die ganzen Diskussionen mit den Menschen aus verschiedenen Bereichen – Journalisten, Coaches, Unternehmer – boten neue Denkweisen und viel Inspiration an.

Demokratie – wie ist es darum bestellt?

Ein Thema, was uns alle umtrieb, war die Situation der Demokratie. Wie ist es um die Demokratie bestellt? Menschen haben das Gefühl, dass sie nicht mehr gehört werden, dass ihre Meinung nichts mehr wert ist. Dabei würden wir „alle die Idee lieben, dass es einen Kapitän gibt, der angibt, wo es langgeht.“ Doch die Themen, welche uns betreffen, werden von den gewählten „Kapitänen“ nicht mehr wahrgenommen. Auf regionaler Ebene würde noch Politik mit Sachverstand stattfinden, bei denen die Themen der Bevölkerung eine Rolle spielen.

Aber je höher es im Gefüge geht, umso mehr spielt nur noch der Machterhalt eine Rolle. Und das führt dazu, dass Entscheidungen gefällt werden, die wir so gar nicht mehr wollen oder die uns gar nicht wirklich betreffen. Wir haben ein Stimmrecht und können dies ausüben. „Wir geben unsere Stimme ab und dann ist sie weg.“ Und so stand die Frage im Raum, wie wir Bürger wieder stärker mit partizipieren können. Und es kristallisierte sich in dieser Diskussion auch heraus, dass es nicht nur um die Diskussion geht, an der sich am Ende eine Meinung bildet. Es ist auch wichtig, dass die Menschen alle Fakten kennen und aufgeklärt sind, bevor sie in die Diskussion gehen. Demokratie muss „more powerful“ gemacht werden.

Aufklärung der Gesellschaft

Zu einem mehr an Partizipation gehöre aber auch, dass sich der Bürger wieder bewusst wird, dass es „unsere“ Politik ist. In einer starken Demokratie ist es wichtig, dass die Bürger für die Werte einstehen und sich dafür einsetzen – in allen Lebensbereichen. Doch auch die Politik muss ihren Beitrag leisten. Sie muss wieder transparenter werden, die Gesellschaft aufklären und sie dadurch für ihre Entscheidungen mitnehmen. In der Gesellschaft muss es die Möglichkeit einer politischen Teilhabe geben. Und bereits in der Schule muss damit angefangen werden, dass die Jugendlichen das System Demokratie verstehen und gestärkt werden, ihre Meinung zu sagen. Dazu gehört auch, sie in Medienkompetenz zu schulen, damit sie all die Neuigkeiten, die auf den verschiedenen Kanälen kommuniziert werden einordnen und bewerten können. Nur durch eine geschulte Medienkompetenz seien sie in der Lage Nachrichten von Fake News zu unterscheiden.

Vielfältige Themen

Neben den allgemeinen gesellschaftlichen Themen ging es aber auch um uns selbst. Wie können wir uns richtig ernähren? Welche Bausteine aus der Nahrung sind notwendig? Wie können wir unsere Zukunft gestalten? Wie können wir Vertrauen in der Gesellschaft schaffen? Durch das rege Miteinander und das Einbringen der eigenen Meinung entstand ein sehr vielfältiges Meinungsbild mit vielen Impulsen. Und wir alle gingen mit dem Gedanken heim „nicht nur darüber reden, sondern auch anpacken und die Impulse umsetzen.“

Mehr zur (Un)Konferenz lest ihr auch bei Ohfamoos selbst.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „Wir packen #volldasguteleben – 1. Ohfamoos (Un)konferenz

  • 29. November 2018 um 9:58
    Permalink

    Vielfalt war ein Merkmal der Unkonferenz. Vielfalt der Themen, vielfältige berufliche und persönliche Hintergründe der Menschen, die teilgenommen haben. Es ist die Vielfalt, die Demokratie auszeichnet und gleichzeitig auch anspruchsvoll macht. Respekt füreinander und Toleranz sind im Kloster Eberbach vorhanden gewesen. Auch Neugier, die anderen kennen zu lernen und ihre Themen(vorschläge) zu verstehen. Die Unkonferenz war für mich wie eine Werkstatt unserer Gesellschaft. Vielen Dank für deinen Bericht, Heike!

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