#wirsindmehr in Limburg

Am Donnerstag Abend rief der DGB Kreisverband Limburg-Weilburg zusammen mit Bündnis Courage zu einer Protestkundgebung auf dem Europaplatz auf. Parallel fand eine Wahlveranstaltung der AfD in der Limburger Stadthalle statt.

Rund 200 Menschen kamen zum Europaplatz Limburg, um zu zeigen #wirsindmehr, zu zeigen, dass sie bunt statt braun sind. „Herz statt Hetze“, „Lieber Menschen achten als menschenverachtend“ oder „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen“ war auf Fahnen, T-Shirts und Pappschildern zu lesen.

Klare Zeichen setzen

Viktoria Spiegelberg-Kamens, Vorsitzende des DGB Kreisverbandes, freut sich, dass innerhalb so kurzer Zeit sich so viele Menschen mobilisieren ließen. Ihr war es sehr wichtig, auf dem Europaplatz die Kundgebung zu machen, denn „der beste Weg zum Frieden ist ein buntes und vielfältiges Europa.“ Bewusst fand die Kundgebung nicht direkt vor der Stadthalle statt, denn es ging nicht darum, der AfD Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, sondern in der Fußgängerzone die Menschen zu erreichen.

Viktoria Spiegelberg-Kamens, Vorsitzende DGB Kreisvorstand, möchte ein klares Zeichen setzen.

Es gibt viele Probleme in Deutschland wie bezahlbarer Wohnraum, Ausbildungsstellen oder gleiche Bildungschancen für alle. „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass alle Menschen im Land die gleichen Chancen haben“, so Spiegelberg-Kamens, „das es Gerechtigkeit für alle im Land gibt.“ Es muss gemeinsam darüber gesprochen werden, wie diese Gerechtigkeit erreicht werden kann und daher sollen die Menschen wählen gehen, um Politik mitzugestalten. Es sei aber der falsche Weg, die AfD zu wählen, die Unterschiede zwischen den Menschen macht. Es erschrickt sie, was in Deutschland passiert. „Uns alle hat, was in Chemnitz passiert ist, stark berührt“, so die DGB Kreisverbands-Vorsitzende, „es hat uns an eine Zeit erinnert, die wir schon fast vergessen haben.“ Es sei kein Sachsenproblem, sondern existiert auch hier vor Ort. „Erst vor wenigen Jahren ist ein  Mann aus rechtsextremen Gründen umgebracht worden“, zählte sie auf, „wir stehen an einem Ort, wo erst vor einer Woche Junge Nationaldemokraten Schmierereien hinterlassen haben.“ Sie forderte alle Anwesenden auf, sich klar von den Rechtsextremen zu distanzieren.

Solidarisch zeigen

Es gebe in Deutschland einen großen Gegensatz zwischen arm und reich, zwischen oben und unten, so Axel Gerntke, 1. Bevollmächtigter IG Metall Wiesbaden-Limburg. „Aber wir dürfen uns nicht spalten lassen, sondern müssen uns solidarisch zeigen.“ Gegen faschistische Tendenzen müssen die Menschen aufstehen, überall Flagge zeigen und eine breite Mehrheit gegen rechts führen. „Wir müssen an das Erinnern, was geschehen war und niemald wieder geschehen darf“, so Gerntke. Auch Jörg Zimmermann, Die Linke, untermalte dies. Die Kundgebung diene nicht nur als Versammlung gegen die AfD, sondern auch für die tägliche Auseinandersetzung mit Benachteiligungen. „Wir müssen gegen Benachteiligungen kämpfen und auch gegen das Sortieren der Benachteiligten“, so Zimmermann. Er gab zu Bedenken, dass nicht alle Wähler der AfD Faschisten sind, sondern diese auch aus Protest wählen. „Mit denen müssen wir reden!“. Und er forderte, dass es wieder Tabus geben muss, was in der Öffentlichkeit gesagt werden darf. „Aber das sollte man sagen dürfen, ist eben nicht okay“, so Zimmermann.

Es war eine friedliche Kundgebung. Auf Nachfrage bei der Polizei, welche die Stadthalle sehr großräumig abgesperrt hat, kam heraus, dass bei der Kundgebung mehr Personen anwesend waren als in der Stadthalle selbst. #wirsindmehr auch in Limburg.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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