Wohnungen in der Frankfurter Straße

Zwischen Frankfurter Straße und Tal Josaphat sollen Wohnungen entstehen. Das Projekt stellten gestern Mitarbeiter vom Planungsbüro Sabine Kraus, Limburg vor. Der Ortsbeirat stimmt diesem Projekt zu, hatte jedoch noch kleine Anmerkungen. Ein weiteres Thema war eine mögliche Einbahnstraßenführung über die Alte Lahnbrücke. 

Auf der Fläche zwischen dem Musikhaus Demmer und der Aral Tankstelle in der zweiten Reihe sollen drei Mehrfamilienhäuser mit rund 30 Wohnungen verschiedener Größen entstehen. Diese würden auf dem ehemaligen Gelände von Arras-Karosseriebau und Lackiererei sowie der alten angrenzenden Druckerei entstehen. Da es ein kleines Projekt im Bereich der Innenentwicklung ist, kann ein vereinfachtes Verfahren bei der Bauleitplanung und Realisierung umgesetzt werden. Die Belange des Artenschutzes werden Gegenstand des Bebauungsplanes sein. Die Pläne stießen auf Interesse beim Ortsbeirat. Oliver Schrangs, SPD, regte nur an, dass für 30 Wohnungen, in denen auch Familien einziehen sollen, Spielmöglichkeiten auf dem Gelände vorhanden sein sollen.

Barrierefrei und PV-Anlagen

Es sind drei Mehrfamilienhäuser in einer offenen Bauweise geplant, die sich um einen Innenhof anordnen. Neben Parkplätzen in der Tiefgarage soll es auch oberirdisch Stellplätze sowie die Möglichkeit für E-Carsharing entstehen. Die Erschließung erfolge rein über die Frankfurter Straße. Geplant sind drei Vollgeschosse sowie ein Staffelgeschoss. Auf den Dächern sorgen PV-Anlagen für die Stromproduktion. Durch Dachbegrünung und Fassadenbegrünung sollen die Wohngebäude sich in die Umgebung einfügen und nicht dominant im Gelände wirken. Ein 14 Meter breiter Gürtel soll mit heimischen Hölzern eine Abgrenzung zum Tal Josaphat bilden.

Bereits im Vorfeld habe das Planerbüro Gespräch geführt bezüglich der denkmalgeschützten Gebäude des Eiskellers und der Brauerei. Doch da würden keine Konflikte entstehen. Ihnen ist bewusst, dass es Lärmkonflikte mit der Aral-Tankstelle geben könnte. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens werde ein Immissionskonzept erstellt. Es gebe dann verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren wie spezielle Fenster, eine lärmoptimierte Grundrissgestaltung oder eine Lärmschutzwand.

Barbara Sylla-Belok, Grüne, findet das Projekt sehr interessant. Es sei eine gute Folge-Nutzung der Fläche. Sie fragte nach bezahlbaren Wohnraum. Investor Darius Czech könnte dazu keine verbindlichen Aussagen machen. Er führe Gespräche mit dem Bistum Limburg, ob eine Förderung für bezahlbaren Wohnraum möglich sei. Auch eine geringerwertige Ausstattung in einem der Häuser könnte es ermöglichen, den Wohnraum günstiger anzubieten. Doch da laufen gerade erste Gespräche und er könne keine festen Aussagen dazu treffen. Die Ortsbeiratsmitglieder stimmten dem Vorhaben alle zu mit der Ergänzung von Spielflächen innerhalb der Wohnbebauung.

Kritische Sicht auf Einbahnstraßenregelung

Die Stadt Limburg kündigte vor ein paar Tagen an, dass nach den Baumaßnahmen auf der Alten Lahnbrücke ein einjähriger Verkehrsversuch gestartet werden soll, indem die Alte Lahnbrücke zur Einbahnstraße wird für den Verkehr in die Stadt hinein (Quelle Stadt LimburgNach einer anregenden Diskussion sowie Nachfragen bei der Verwaltung stimmten die Ortsbeiratsmitglieder mit einer Nein-Stimme für den Verkehrsversuch, möchten diesen jedoch mit Mehrheit der Stimmen von CDU und Grünen auf ein halbes Jahr beschränken.

Von Oliver Schrangs kam eine Anregung, welche er bereits in der letzten Legislaturperiode bei der Diskussion einbrachte. Im Kopf habe er eine anlass- oder zeitbezogene Einbahnstraßenregelung. Frühs könnte die Einbahnstraße stadteinwärts führen und Nachmittags stadtauswärts. Oder beiden Spuren können geöffnet werden, wenn Feste in Limburg sind. Eva Struhalla, Amtsleiterin Stadtentwicklungsamt, zeigte auf, dass dies zwar grundsätzlich keine schlechte Idee sei, aber verkehrlich keinen Sinn mache. Eine Zählung ergab, dass täglich über 6.000 Fahrzeuge zwar in die Stadt über die Alte Lahnbrücke hineinfahren, aber nur 3.000 hinaus. Für das rausfahren aus der Stadt nutzen die Autofahrenden lieber die Lichfieldbrücke.

Nicola Bischof, CDU, ist gegen zu viele komplizierte Regelungen im Stadtgebiet. Aber ihr ist die Zeitdauer zu lange. Nach einem Jahr würden sich die Bürger daran gewöhnen und dann wird es beibehalten. Sie könne nicht nachvollziehen, dass die Verwaltung Verkehr aus der Innenstadt haben möchte, aber dann den Verkehr stadteinwärts präferiert mit der Regelung. Und Angelika Seip, Grüne, fragte nach, warum man den Zustand nicht lassen könne und überhaupt diese Einbahnstraßenregelung prüfen möchte.

Flüssige Verkehrsfluss

Mit einer Einbahnstraßenregelung, so Eva Struhalla, würden die wechselnden Ampelschaltungen wegfallen und der Verkehr werde insgesamt flüssiger. Es findet eine Entlastung der nachfolgenden Knotenpunkte statt. Der Hauptgedanke hinter dem Versuch ist der Gedanke an die Fußgänger. Fußgänger nutzen die Alte Lahnbrücke sehr stark. Derzeit kann die Verwaltung keinen Fußweg von 2,50 Meter Breite anbieten. “Wir möchten den Fußgängern ein adäquates Angebot machen”, so Struhalla. Den ganzjährigen Verkehrsversuch habe die Stadt angedacht, um alle saisonalen Begebenheiten mitzunehmen. Der Versuch könnte jederzeit gestoppt werden, wenn er nicht zum Ziel führt.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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